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Rees
Karl Leisner ist jetzt auf einer Briefmarke

Rees: Karl Leisner ist jetzt auf einer Briefmarke
So schaut sie aus, die neue Karl-Leisner-Briefmarke, die ab dem 5. Februar erhältlich ist. FOTO: Privat
Rees. Ab dem 5. Februar ist das neue Postwertzeichen überall erhältlich. Rolf Albring regt an, dass die Stadt Rees sowie Betriebe, Banken und Vereine die neue Marke intensiv nutzen, um den Sohn der Stadt noch bekannter zu machen. Von Michael Scholten

Über viele Wochen musste Monika Kaiser-Haas das Geheimnis für sich bewahren. Zwar wusste die Nichte des seliggesprochenen Priesters Karl Leisner (1915-1945), welches Foto ihres Onkels die neue 62-Cent-Briefmarke zu dessen Ehren zieren sollte, doch gegenüber Dritten musste sie schweigen. Jetzt hängt in allen Postfilialen und Poststellen Deutschlands ein erster Abdruck des Sonderpostwertzeichens, das ab dem 5. Februar ausgegeben wird.

Die Briefmarke zeigt das bekannte, im Konzentrationslager Dachau aufgenommene Foto von Karl Leisner, das sogenannte Pulloverbild. Daneben steht der Schlusssatz aus Leisners letztem Tagebucheintrag vom 25. Juli 1945: "Segne auch, Höchster, meine Feinde!"

Fast zehn Jahre hat sich der Internationale Karl-Leisner-Kreis (IKLK), dessen Vizepräsidentin Monika Kaiser-Haas ist, dafür eingesetzt, dass Leisner auf einer Briefmarke erscheint. Kurz vor dessen 100. Geburtstag am 28. Februar 2015 geht dieser Wunsch nun in Erfüllung. Bereits am 12. Dezember 2013 hatte Ronald Pofalla, damals Chef des Kanzleramtes, dem IKLK den Bescheid durch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mitgeteilt. Schäuble betonte in seiner schriftlichen Begründung: "Karl Leisner ist ein Märtyrer der Katholischen Kirche, der an den Folgen der Haft in einem Konzentrationslager verstarb. Er engagierte sich stark in der katholischen Jugendbewegung, insbesondere im Kreis Kleve. Nach einer zustimmenden Äußerung zum Attentat Georg Elsers auf Hitler wurde Leisner im November 1939 verhaftet und in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau bis Kriegsende inhaftiert. Im Dezember 1944 erhielt er durch einen Mithäftling, den Bischof von Clermont-Ferraud, die Priesterweihe. Im Jahr 1996 wurde Karl Leisner durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Karl Leisner steht insofern für das historisch wohl einmalige Ereignis einer Priesterweihe in einem deutschen Konzentrationslager und sogleich für jene Gruppe gläubiger Christen, die in den Jahren des nationalsozialistischen Unrechtsregimes allen Repressalien zum Trotz mutig ihr Glaubensbekenntnis ablegten. Unter diesen Gesichtspunkten habe ich der Sondermarken-Ausgabe zugestimmt."

Pofalla kommentierte: "Mit Karl Leisner wird eine Persönlichkeit geehrt, die über Jahre hinweg während des Nationalsozialismus mutig für ihre Überzeugung eingetreten ist und diesen Mut letztlich mit dem Tod bezahlt hat. Ich habe das Anliegen, Karl Leisner eine Briefmarke zu widmen, daher in den letzten Jahren sehr gern unterstützt."

Die Deutsche Post bietet in ihrem Online-Shop schon jetzt das "Erinnerungsblatt Karl Leisner" an, das in wenigen Wochen ausgeliefert wird. Es besteht aus einem Viererblock der neuen Sondermarke mit Ersttagsstempel "Berlin" vom 5. Februar 2015. Das Blatt hat das Format Din A5 und kostet 4,95 Euro plus Versandkosten. Zur Erstausgabe der neuen Briefmarke ist am 5. Februar eine kleine Feierstunde im Bundesfinanzministerium geplant, zu der auch eine Abordnung des IKLK nach Berlin reisen will.

Rolf Albring, Reeser IKLK-Mitglied und ehemaliger Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV), regt an, dass die Stadt Rees sowie Reeser Betriebe, Banken und Vereine für ihren Briefverkehr die neue Marke intensiv nutzen, um den bekanntesten Sohn der Stadt bundesweit noch bekannter zu machen. Der VVV hat die Karl-Leisner-Büste vor der Reeser Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt sowie eine Gedenktafel vor Leisners Geburtshaus in der heutigen Florastraße finanziert. An Karl Leisners 100. Geburtstag am 28. Februar trifft sich der IKLK im Reeser Bürgerhaus zur Jahreshauptversammlung. Am selben Tag feiert Weihbischof Wilfried Theising um 18.30 Uhr ein Festhochamt in der katholischen Kirche.

Quelle: RP
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