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Rees
Karneval: Die "Unentwegten" suchen Unterschlupf

Rees. Die Truppe, die seit Jahrzehnten den Reeser Rosenmontagszug bereichert, braucht dringend eine Halle, um ihren Wagen unterstellen zu können. Von Michael Scholten

Über die schlimmste Lösung will Mike Nienhuysen kaum reden: "Wir könnten ihn verkaufen, aber dann hat der Reeser Rosenmontagszug ab 2016 noch einen Karnevalswagen weniger." Nienhuysen und seine 17 närrischen Mitstreiter von der Gruppe "Die Unentwegten" suchen dringend einen Unterstellplatz für den Anhänger, der seit Jahrzehnten - von einem historischen Traktor gezogen - beim Rosenmontagszug mitfährt. Zum 1. September muss das Gefährt aus einer Scheune in Esserden rollen, weil der Besitzer den Platz anderweitig vermietet hat. Alle bisherigen Versuche, auf Reeser Stadtgebiet eine Alternative zu finden, sind bislang gescheitert. Nun fragen "Die Unentwegten" und der Reeser Karneval Verein: Wer kann dem zehn Meter langen und 2,50 Meter breiten Gefährt eine Scheune oder Halle bieten, die möglichst 3,80 Meter hoch ist? Bis zu vier Meter dürfen die farbenfrohen Aufbauten nämlich sein, mit denen die Gruppe beim Rosenmontagszug 2016 wieder punkten möchte.

Der Wagen hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Mal war er ein riesiger Ferrari, mal war er die Fähre Rääße Pöntje, in diesem Jahr wurde mit aufwändigen Bauten das 70-jährige Jubiläum des Reeser Sportvereins gefeiert.

Danach brachten die "Unentwegten" ihr Gefährt in eine Halle auf dem Niag-Gelände, die Stadt Rees garantierte eine Unterstellmöglichkeit bis 2016, zog die Zusage dann aber überraschend zurück. "Wir wussten immer, dass wir irgendwann raus müssen, aber das kam doch sehr überraschend", sagt Mike Nienhuysen.

Als Grund führte die Stadt an, dass es auf dem Niag-Gelände Fälle von Vandalismus gegeben habe, der Wagen selbst wurde aber nicht beschädigt. Auf einem Bauernhof in Esserden fand sich eine neue vorübergehende Bleibe, doch auch deren Tage sind nun gezählt. "Wir haben schon etliche Vereine und Firmen abgeklappert - keiner kann oder will uns eine Halle oder eine Scheune zur Verfügung stellen", bedauert Mike Nienhuysen.

"Als kleiner Club sind wir nicht auf Rosen gebettet, deshalb können wir pro Jahr nur eine symbolische Miete von 100 Euro zahlen - aber die hiesigen Bauernhöfe verlangen mindestens 25 bis 30 Euro für eine Unterstellmöglichkeit."

Wenn alle Stricke reißen, wird der Wagen sorgfältig verpackt, damit er einige Wochen bis Monate im Freien stehen kann, bis eine bessere Lösung gefunden wird. Jedoch befürchten "Die Unentwegten", dass der Anhänger dann langsam verrotten und verrosten wird.

Ein Kaufinteressent hat sich bereits gemeldet, doch die Narren wollen versuchen, den Wagen zu behalten: "Es gibt ohnehin immer weniger große Wagen beim Reeser Rosenmontagszug", sagt Mike Nienhuysen, "da wäre es sehr schade, wenn auch wir zum Aufgeben gezwungen sind, nur weil wir keinen Stellplatz finden." Nienhuysen ist erreichbar unter Tel. 02851 3030.

Quelle: RP
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