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Analyse
Karten in Isselburg neu gemischt

Emmerich. Isselburgs Bürgermeister Rudi Geukes hat angekündigt, bei den nächsten Wahlen nicht mehr antreten zu wollen. Die SPD ist jetzt unter Zugzwang.

In Isselburg ist der CDU in den letzten Jahrzehnten in schöner Regelmäßigkeit ein Kunststück gelungen, das es so im Kreis Borken wohl nirgendwo sonst gibt: Obwohl die Christdemokraten fast immer stärkste Fraktion im Rat waren, gelang es ihnen nie, einen ihrer eigenen Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl durchzubringen. Das lag unter anderem daran, dass es keine Konstanz in der Personalfrage gab oder die Union ihre eigenen Kandidaten selbst demontierte, noch bevor die Wähler zur Urne geschritten waren

Doch jetzt werden die Karten neu gemischt. Denn nachdem SPD-Bürgermeister Rudi Geukes angekündigt hat, bei den nächsten Wahlen im kommenden Jahr nicht mehr kandidieren zu wollen, tun sich für die CDU neue Chancen auf.

Die SPD ist jetzt unter Zugzwang. Sie hat im Moment noch keinen Politiker parat, den sie sofort als Geukes-Nachfolger präsentieren könnte. Nach den Sommerferien, im September, soll diese Frage geklärt sein, aber wer immer es auch wird - er wird mit keinem Amtsinhaber-Bonus in den Ring steigen können. Zudem hat sich die SPD in den zurückliegenden Jahren nicht immer gerade einheitlich präsentiert. Man denke nur an die internen Querelen, die vor zwei Jahren zur kurzfristigen Auflösung und dann zur Wiedergründung der Fraktion im Rat führten. Ein bemerkenswertes Ereignis, bei dem die Sozialdemokraten nicht unbedingt das allerbeste Bild abgaben.

Anders sieht es bei der CDU aus. Sie hat sich zwar in der Kandidatenfrage ebenfalls noch nicht festgelegt, aber mit Olaf Roßmüller schon mal einen potenziellen Interessenten im Köcher, der sich in den zurückliegenden Jahren im Rat einen Namen gemacht hat. Zwar war er vor fünf Jahren bei der Bürgermeisterwahl seinem Kontrahenten Rudi Geukes deutlich unterlegen, doch das könnte im nächsten Jahr ganz anders ausgehen.

Der Schritt von Rudi Geukes verdient übrigens Respekt. Wenn im kommenden Januar gewählt wird, war er aufgrund der besonderen Isselburger Begebenheiten sieben Jahre Bürgermeister. Und würde dann als 64-Jähriger für eine ebenso lange Amtszeit antreten. Dass er das nicht macht, ist aller Ehren wert.

Quelle: RP
 
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