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Emmerich
Kaufland endlich auf Steintor-Gelände?

Emmerich: Kaufland endlich auf Steintor-Gelände?
Ein leeres Areal seit Jahren. Ungenutzt, direkt vor der Einfahrt in die Stadt. Für einen Discounter ein ideales Gelände. Kaufland hat bereits einen Kaufvertrag abgeschlossen. Vielleicht folgt demnächst auch das Baurecht. FOTO: Endermann, Andreas
Emmerich. Im Kaufland in Speelberg ist es eng, die Kunden sind genervt. Der Discounter will neu bauen, durfte bislang nicht. Jetzt doch? Von Christian Hagemann

Erreicht der Discounter "Kaufland" nach vier Jahren endlich sein Ziel und bekommt die Zustimmung der Emmericher Politik für einen Neubau auf dem Steintor-Gelände?

Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Auf jeden Fall ist das Klever Architektenbüro REPPCO in Emmerich gewesen und hat allen Fraktionen des Rates Pläne für einen Neubau vorgestellt.

Bekanntlich will der Discounter schon seit 2012 auf dem Steintorgelände (gegenüber von KLK, früher Unichema) bauen. Das ist nach Definition der Stadt Emmerich bislang allerdings außerhalb der Innenstadt und deshalb verboten. Die Furcht: Der Supermarkt könnte so viel Kaufkraft aus der City abziehen, dass hier Geschäfte schließen. So steht es jedenfalls noch im Einzelhandelskonzept der Stadt Emmerich.

REPPCO betreut in Emmerich auch das Rheincenter, das von der niederländischen Gruppe Kondor-Wessels gebaut worden ist. Und der Gruppe wiederum gehört das Steintorgelände. So schließt sich möglicherweise der Kreis und der Weg wäre frei für einen großen Kaufland (3000 Quadratmeter) auf dem Gelände, das seit Jahren unbebaut ist.

Bekanntlich wird dort in den nächsten Monaten auch die neue Polizeiwache entstehen.

Kaufland hatte 2012 die Hoffnung, dass sich irgendwann auf dem Gelände etwas tut, war aber vorsichtig. Der Kaufvertrag mit der niederländischen Kondor-Wessels-Gruppe wurde als "schwebend unwirksam" abgeschlossen. Das bedeutet: Entsteht am Steintor-Gelände kein Baurecht, ist der Kaufvertrag nichtig. Klar war zu diesem Zeitpunkt, dass die Stadt nicht umhin kommt, sich mit dem Thema zu befassen. Denn "Kaufland" muss auf Dauer erweitern. In Speelberg am bisherigen Standort darf "Kaufland" nämlich nicht größer werden, auch das ist ein Beschluss der Stadt. Getroffen schon vor Jahren.

Hat die Bevölkerung dafür Verständnis? Wer soll begreifen, dass eine 16 000 Quadratmeter große Fläche am Einfallstor einer Stadt nicht bebaut werden soll, obwohl sie seit Jahren jeden Auswärtigen mit Hässlichkeit grüßt? Und die Investoren stehen wahrlich nicht Schlange.

Es ist nicht die Angst vor "Kaufland" alleine, die zu dieser Entscheidung führte. Was "Kaufland" an dieser Stelle nämlich bislang nicht darf, soll "Rewe" an anderer Stelle auch nicht erlaubt sein. Der Lebensmittel-Riese wollte schon vor Jahren auf das alte "Wemmer&Jansen"-Gelände an der Mennonitenstraße. Damit hätte sich natürlich ein enormer Leerstand im Rheincenter ergeben.

Den allerdings, so versprach "Rewe" damals, werde man aus eigener Kraft wieder füllen. Die Emmericher Politik traute der Sache nicht und verbot an der Mennonitenstraße großflächigen Einzelhandel.

Damit nahm die Stadt eine Reihe von Brachflächen billigend in Kauf, um die Innenstadt zu schützen, besonders den Neumarkt. Die Mehrheit im Rat vertrat die Meinung, dass zunächst der Neumarkt umgestaltet sein muss, ehe sich die Politik mit möglichen neuen Märkten außerhalb der Innenstadt beschäftigt.

Dieser Zeitpunkt ist nun da nachdem Investor Josef Schoofs alles Notwendige in die Wege geleitet hat, damit dieses Projekt endlich angegangen wird.

Quelle: RP
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