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Rees
Kein Geld für neue Dog-Stationen

Rees. Die Grünanlage zwischen Melatenweg und Empeler Straße sorgt in der Politik für Streit. Für viele verkommt sie zur Hundekotwiese. Von Michael Scholten

Über den Reeser Marktplatz oder die Rheinpromenade wird oft und gern diskutiert, über andere Orte so gut wie gar nicht. So war der Ausschuss für Umwelt, Planung, Bau und Vergabe ein wenig überrascht, als der stellvertretende Bürgermeister Harry Schulz (SPD) jetzt eine Lanze für die Grünanlage brach, die zwischen Melatenweg und Empeler Straße parallel zur Weseler Landstraße (L7) verläuft. Es fehle in dem "Park", wie Schulz ihn nannte, an Sitzgelegenheiten, die Randsteine der Gehwege seien in einem schlechten Zustand, außerdem würden Hundehalter eine zweite Dog-Station vermissen, die Plastikbeutel zur Entfernung von Hundekot bereitstellt.

Bauamtsleiterin Elke Strede erklärte, es handele sich um keinen Park, sondern lediglich um eine Grünanlage, die den Abstand zwischen Wohnhäusern und Landstraße herstellen soll. Die Stadt Rees ließe in dem Bereich regelmäßig den Rasen mähen und die Wege unterhalten, doch "Schönheitspreise" seien dort nicht zu erwarten. Stadtkämmerer Andreas Mai lehnte eine zusätzliche Dog-Station, neben der bereits bestehenden am Melatenweg, aus Kostengründen ab. So schnell, wie die schwarzen Beutel aus den Dog-Stations verschwinden würden, vermute er, dass einzelne Hundebesitzer dort ihren "Monatsbedarf auf einmal" abholen.

Auf Anfrage der Rheinischen Post sagt Stadtsprecher Jörn Franken, dass der Bauhof pro Jahr etwa 100 000 Beutel auf 13 Reeser Dog-Stations (zwei davon stehen in Haldern, eine in Millingen) verteile. Jede Dog-Station verursache jährliche Kosten von 400 Euro (durch Belieferung und Arbeitszeit), im Vorjahr seien insgesamt 2405 Euro für die Beutel ausgegeben worden.

Der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Helmut Wesser, beschwerte sich in der Ausschusssitzung über "verminte Gebiete" im Stadtgebiet, auch die besagte Grünanlage zwischen Melatenweg und Empeler Straße sei inzwischen vornehmlich eine "Hundewiese" mit auffallend viel Hundekot. Wesser sprach sich dafür aus, mehr Ordnungsstrafen gegen Hundehalter zu verhängen. Er habe noch nie davon gehört, dass in Rees jemand dafür belangt wurde, den Kot seines Hundes nicht entsorgt zu haben. CDU-Fraktionschef Dieter Karcewski stimmte zu: "Allein von den Ordnungsgeldern, die in Esserden zusammenkämen, könnte ich gut leben."

SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Friedmann erinnerte an die Hundesteuern und sprach den Hundebesitzern ein Recht zu, im Gegenzug auch Leistungen der Stadt dafür erwarten zu können. Gegenüber der Rheinischen Post stellt Stadtkämmerer Andreas Mai jedoch klar, dass Hundesteuern eine "Ordnungsfunktion" haben. Anders als bei einer Gebühr bestehe bei den 142 000 Euro Hundesteuern, die Rees im Jahr 2015 einnimmt, kein Anspruch auf Gegenleistungen wie weitere Dog-Stations oder eine Beseitigung von Hundekot.

Quelle: RP
 
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