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Emmerich
Keine schnelle Lösung für die Mühle in Sicht

Emmerich: Keine schnelle Lösung für die Mühle in Sicht
Die Hüthumer Mühle steht zum Verkauf. FOTO: Markus van Offern
Emmerich. Ein kompliziertes Insolvenzverfahren sorgt für einen Stillstand. Dem Wahrzeichen des Ortes droht der bauliche Verfall. Emiel Lantink erhebt Vorwürfe gegen die Stadtsparkasse Emmerich-Rees. Von Christian Hagemann

Die Hüthumer sind stolz auf zwei Wahrzeichen ihres Ortes: die Kirche und die Mühle. Mit Sorge beobachten sie, dass die Mühle langsam vergammelt. Emiel Lantink gibt die Schuld dafür der Stadtsparkasse.

Die Hüthumer kennen den Niederländer. Er ist derjenige, der die Mühle vor Jahren kaufte. Genauer gesagt seine DEN Financiel Services GmbH, unter deren Dach sich noch weitere Immobilien befinden.

Das Übel nahm seinen Lauf, als die GmbH in finanzielle Schwierigkeiten geriet. "Die Stadtsparkasse Emmerich-Rees war nicht bereit, weitere Gelder bereitzustellen", so Lantink, nach dessen Angaben es um eine Summe von 360.000 Euro geht. Es folgte das Insolvenzverfahren, das, so Lantink, hätte abgewendet werden können. Lantink behauptet: "Es gab ein Übernahmeangebot durch die Deutsche Bank in Wesel. Aber in Emmerich hat man dieses Angebot abgelehnt." Die Folge sei der Verlust von 20 Arbeitsplätzen gewesen und die Abwicklung von mehreren Immobilien im Wert von zwei Millionen Euro, die nun unter Wert verkauft würden.

Das war im Januar 2014. Lantink beklagt, dass seither nichts mehr an der Mühle gemacht worden sei. Dden Strom habe man abgestellt, dringende Sanierungsarbeiten seien nicht in Angriff genommen worden, obwohl sie nicht teuer gewesen wären. Feuchtigkeit habe sich ins Gemäuer gesetzt, der Holzwurm sei im Gebälk. Eine von Lantinks Firmen ist noch Mieter der Mühle, doch daraus resultiere keine Möglichkeit, den Verfall zu stoppen, so Lantink.

Auf Nachfrage der RP hielt sich die Stadtsparkasse gestern bedeckt. Auch mit Blick auf das Bankgeheimnis, das ihre Auskunftsmöglichkeiten einschränkt. In einem Schreiben des Geldinstituts heißt es: "Die Sparkasse vergibt u.a. Darlehen gegen grundpfandrechtliche Sicherheiten. Ein Grundpfandrecht bewirkt nicht, dass die Sparkasse eine Eigentümerstellung an dem Objekt erhält. Die Sparkasse ist somit weder Eigentümer noch Besitzer des Objektes und kann dementsprechend nicht wie ein Eigentümer oder Besitzer agieren. Im Fall einer Insolvenz hat alleinig der Insolvenzverwalter diese Befugnisse."

Mitte Mai hat Lantinks Ehefrau der Stadtsparkasse ein Kaufangebot unterbreitet, der Preis sei "realistisch bemessen" und mit dem vom Insolvenzverwalter beauftragten Makler abgestimmt gewesen, so Lantink. Doch dieses Angebot habe die Sparkasse abgelehnt, was er nicht versteht. Denn seiner Meinung nach habe das Geldinstitut, das die Mühle für 269.000 Euro anbietet, keine Chance, einen Käufer zu finden. "Das Wohnen ist in der Mühle gar nicht erlaubt", so Lantink. Dafür bedürfe es eines Anbaus. "Meine Frau und ich würden das gerne machen und damit das Projekt Hüthumer Mühle zu Ende führen."

Andere Interessenten scheint es nicht zu geben. Bereits zwei Mal wurde die Mühle bei einer Zwangsversteigerung angeboten, so Lantink. Es habe keine Bieter gegeben.

Zum Vorwurf, die Sparkasse habe sowohl ein Angebot der Deutschen Bank abgelehnt als auch die Offerte der Ehefrau, schreibt die Sparkasse: "Die Sparkasse ist grundsätzlich daran interessiert, dass ihr keine Verluste entstehen und lehnt bei gekündigten Krediten Angebote, die eine vollständige Schuldtilgung ermöglichen, nicht ab. Wann eine Insolvenz durch den Geschäftsführer einer Gesellschaft anzumelden ist und wann ein Insolvenzverfahren gerichtlich angeordnet wird, ergibt sich aus dem Gesetz."

Quelle: RP
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