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Emmerich
Kevelaer will zum Jubiläum Flagge zeigen

Emmerich. Die Wallfahrt wird im kommenden Jahr 375 Jahre. Das wird mit einem Programm gefeiert. Höhepunkt ist eine Festwoche mit Marientracht. Von Sebastian Latzel

Ein Jubiläum ist für einen Wallfahrtsort ein besonderes Ereignis. Ein Ereignis, das dafür sorgt, dass auch vom sonst üblichen Protokoll bei Pressekonferenzen abgewichen wird. Wallfahrtsrektor Rolf Lohmann begann den Termin mit einem Mariengebet von Papst Franziskus. "Lass uns hören, gib uns Mut" war der Titel des Gebetes mit der Botschaft, den Glauben hinaus in die Welt zu tragen. Und eben diesen Gedanken nahm Lohmann als zentrale Intention des Jubiläums auf. "375 Jahre Wallfahrt, das ist sicher schön. Aber das allein reicht nicht. Wir haben den Auftrag, die Menschen zu erreichen, auf die Menschen zuzugehen." Man wolle sich stellen, man müsse auch die erreichen, die Kirche gegenüber kritisch sind, die gar keine Berührungspunkte mehr mit Glauben haben oder die am Rande der Gesellschaft stehen. "Wir dürfen uns nicht in Kirche und Sakristei verstecken", bringt es Lohmann auf den Punkt.

Daher passt es, dass beim Jubiläum die feierliche Marientracht im Mittelpunkt steht. Nach 25 Jahren wird das Gnadenbild bei einer Prozession wieder durch die Stadt getragen. Eigentlich ist es Brauch, dass die Marientracht alle 50 Jahre stattfindet. Lohmann findet es sinnvoll, die Abstände zu verkürzen. "Mir ist es wichtig, dass die Menschen das erleben. Wir leben in einer Zeit, in der es besonders nötig ist, Flagge zu zeigen." Man müsse die Ängste und Nöte der Menschen in den Blick nehmen. Schließlich gehe es um die "Afflictori", die Geschlagenen, ein Wort, das nicht zufällig wie "Konflikt" klinge. "Menschen müssen das Gefühl haben, dass sie hier gut aufgehoben sind", sagt Lohmann.

Zum Jubiläum wird es das ganze Jahr über verschiedene Veranstaltungen geben, Zentraler Bestandteil ist eine Festwoche vom 31. Mai bis zum 11. Juni. Am 6. Juni etwa ist Wallfahrt der Chöre im Zeichen der Ökumene, dann sind auch die Posaunenchöre aus den Kirchenkreisen Wesel und Kleve dabei.

Zweimal soll auch das Kevelaerer Marienspiel aufgeführt werden. Das Stück unter dem Titel "Mensch! Maria! - ein Mysterienspiel zu einem ganz normalen Menschen" wird derzeit von Elmar Lehnen komponiert. Angedacht ist, dass dieses Marienfestspiel zum festen Bestandteil der Wallfahrt wird. "Wir können uns vorstellen, dass es alle fünf Jahre wieder aufgeführt und um aktuelle Aspekte ergänzt wird", sagt Rainer Killich vom Wallfahrtsbüro.

Auch wenn das Jubiläum erst im kommenden Jahr ansteht, geht das Programm bereits in nächster Zeit los. Im Oktober wird eine Gruppe aus Kevelaer mit Jugendlichen nach Rom fahren. Dort werden die Jugendlichen eine Kopie des Gnadenbildes durch die Ewige Stadt tragen, auf dem Petersplatz wird ein Film über Kevelaer gezeigt. Höhepunkt wird die Segnung des Bildes durch Papst Franziskus sein.

Ab dem 1. November haben dann alle Gläubigen die Gelegenheit, diese gesegnete Kopie des Gnadenbildes zwei Tage lang im Haus zu haben. Es besteht die Möglichkeit, sich dafür in eine Liste einzutragen. Auch für Emmericher und Reeser ist das möglich. Das Gnadenbild wird auf Wunsch auch ins Haus gebracht. Den Transport übernehmen Mitglieder des Vereins der Motorradwallfahrt. So sollen nicht nur Kevelaerer, sondern alle Gläubigen die Gelegenheit bekommen, die Gnadenbild-Kopie zu Hause verehren zu können.

Quelle: RP
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