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Emmerich
Klage: Nach Operation fehlt ein Goldarmband

Emmerich. Patient wirft Krankenhaus vor, er habe ein Schmuckstück nicht zurückerhalten. Von Peter Janssen

Der 73-jährige Marcel Godschalk aus Bedburg-Hau hat die Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft, zu der auch das St. Antonius Hospital Kleve gehört, verklagt. Grund dafür: Nach einer Operation in dem Klever Krankenhaus habe er sein Goldarmband nicht zurückerhalten, so Godschalk. Wiederbeschaffungswert des Schmuckstücks: 4950 Euro.

Es war im April, als der 73-Jährige mit einem Herzinfarkt in das Krankenhaus eingeliefert wurde. Zunächst brachte ihn seine Frau in die Föhrenbach-Klinik des LVR. Von dort aus ging es mit dem Krankenwagen weiter ins Klever Hospital. Auf diesem Weg habe er sein goldenes Armband getragen, ist der Mann sich sicher, denn: "Ich habe es immer am Handgelenk."

Auf dem OP-Tisch liegend soll ihm eine Ärztin dann die goldene Panzerkette abgenommen haben, so der Patient. "Der Verschluss ist nicht leicht zu öffnen, ich habe ihr offenbar zeigen müssen, wie man es abnehmen muss. So hat es die Ärztin später dargestellt. Danach wurde die Kette ihrer Aussage nach in eine Schale gelegt. Davon habe ich aber nichts mitbekommen", erklärt der Niederländer.

Erst nach dem Klinikaufenthalt bemerkte Godschalk zu Hause, dass ihm das Armband fehlt. "Nachdem ich im Krankenhaus danach gefragt hatte, wusste zunächst niemand etwas davon. Ich wurde auf die nächste Woche vertröstet. Es ist lediglich darüber diskutiert worden, ob ich überhaupt ein Kette getragen hatte." In einem Gespräch, das zwischen Marcel Godschalk, der Klinikleitung, der Chirurgin und dem Notarzt stattfand, hätten die beiden Mediziner erklärt, dass er das Schmuckstück getragen habe, so der 73-Jährige, der betont: "Ich habe die Aussprache sofort zu Hause protokolliert worden." Doch dabei blieb es zunächst.

Marcel Godschalk ging, nachdem aus seiner Sicht nichts daraufhin deutete, dass er seine Goldkette wiederbekommt, zur Polizei. Er erstattete Anzeige und nahm sich einen Anwalt. Karsten Herfort von der Klever Kanzlei Arden und Voss vertritt den Bedburg-Hauer in dem Fall. "Wir klagen auf Schadenersatz", sagt Anwalt Herfort. Marcel Godschalk habe ein Angebot der Karl-Leisner-Trägergesellschaft erhalten, so der Anwalt. Die Haftpflichtversicherung des Hauses wollte ihm 1000 Euro für den Verlust zahlen. Godschalk lehnte ab. "Ich hänge an dem Stück. Meine Frau hat ein ähnliches Armband. Für mich ist es wichtig, genau so eins wiederzubekommen", sagt der Niederländer.

Die Karl-Leisner-Trägergesellschaft wollte sich zu dem Vorfall nicht äußern, da in der Sache ein juristisches Verfahren anhängig sei, so ein Sprecher.

Quelle: RP
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