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Emmerich
"Kleine Uni" in Grietherbusch

Emmerich. Seit fast 40 Jahren wird in Grietherbusch wissenschaftlich geforscht. So lange gibt es die Außenstelle der Universität Köln. Das Gebäude ist in die Jahre gekommen, jetzt wird das Dachgeschoss saniert. Von Sebastian Latzel

GRIETHERBUSCH Mit der Eröffnung der Hochschule Rhein-Waal ist der Kreis Kleve jetzt auch offiziell ein "Hochschulkreis". Dabei ist Rees eigentlich schon seit fast 40 Jahren "Uni-Stadt". Denn 1971 eröffnete die Uni Köln ihre Zweigstelle in Grietherbusch. Hier gibt es die Ökologische Forschungsstation als Außenstelle des Zoologischen Institutes. Seitdem wird hier vor allem zu Projekten rund um Rheinaue und Fisch-Population geforscht.

Inzwischen ist allerdings das Gebäude in die Jahre gekommen. Es ist bereits 44 Jahre alt und sanierungsbedürftig. Die alten Ziegel auf dem Haus waren marode, eine energetische Dämmung des Daches gibt es bisher nicht.

Wärmedämmung

Anlass für die Uni jetzt das Dach aufwändig sanieren zu lassen. Die Arbeiten sind derzeit im Gange und sollen Ende der Woche beendet sein, wenn alles glatt läuft. "Das Dach wird komplett neu eingedeckt und darunter soll dafür gesorgt werden, dass das Gebäude wärmegedämmt ist", erläutert Dr. Jost Borcherding, Leiter der Außenstelle. Zur Sanierung gehört neben dem Einbau von Dämm-Material auch der Austausch der Fenster im Dachbereich. Die Kosten für die Arbeiten übernimmt komplett die Uni Köln. Derzeit wird zudem auch überlegt, ob es noch weitere Sanierungsarbeiten geben könnte. Denn die Studenten übernachten oft auch in dem Gebäude, weil die Forschungen über viele Tage gehen. Auch wird das Gebäude für Wochenend-Exkursionen benutzt, auch dann übernachten Studenten oft in Grietherbusch.

Vor allem im Bereich der Rheinaue und der Fischentwicklung liegen die Schwerpunkte der Forschungen. Einige Doktor- oder Diplomarbeiten sind bereits in Grietherbusch entstanden. Die Außenstelle wird auch von der Uni Duisburg-Essen teilweise mitgenutzt.

Für Forschungen ist die Außenstelle ideal, weil sie in unmittelbarer Nähe des in den letzten Jahren erweiterten Naturschutzgebiets "Alter Rhein bei Bienen-Praest/Millinger und Hurler Meer" liegt. Dabei werden sowohl in Kursen und Praktika als auch im Rahmen ökologischer Fallstudien einzelne Arten, Artengruppen und Biotope genauer untersucht. Die Forschungsarbeiten liefern wichtige Hinweise für den Artenschutz oder die ökologische Landschaftplanung in der ehemaligen Rheinaue.

Quelle: RP
 
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