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Rees
Koalition gegen Bürgermeister Gerwers

Rees: Koalition gegen Bürgermeister Gerwers
FOTO: Dagmar Isert
Rees. Nach den Grünen haben jetzt auch die Liberalen bekanntgegeben, den SPD-Bürgermeisterkandidaten Karl van Uem unterstützen zu wollen. Sollte er die Wahl gewinnen, wäre damit auch die CDU-Mehrheit im Reeser Rat gebrochen. Von Markus Balser

Gerade in Rees sind die Liberalen immer für eine Überraschung gut. Auch jetzt hat die FDP wieder mit einer Pressemitteilung für Verblüffung gesorgt. Denn die Partei, die bei der letzten Kommunalwahl im vergangenen Jahr über drei Prozentpunkte verlor und nur noch auf 5,7 Prozent der Stimmen kam, hat sich in der Frage der Bürgermeisterwahl auf die Seite des SPD-Kandidaten Karl van Uem gestellt und dessen Wahl empfohlen. "Fraktion und Vorstand haben dies einstimmig beschlossen", teilte Vorsitzender Heinz Schneider jetzt mit.

Die FDP, die selbst keinen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schickt, begründet dies vor allem damit, dass die CDU seit 1999 die Stadt mit absoluter Mehrheit regiere. "Wir wollen die verkrusteten Verhältnisse im Rat aufbrechen", sagt Schneider, der sich nach einem Gespräch mit Bürgermeister Christoph Gerwers am Rande der Podiumsdiskussion vergangene Woche in seiner Entscheidung "deutlich bestärkt", fühlte.

Die FDP stehe weiterhin zu ihren Zielen und Grundsätzen der Stärkung der Wirtschaft, dem Abbau bürokratischer Hemmnisse und dem Erhalt des dreigliedrigen Schulsystems. Außerdem wünsche sich die FDP mehr Transparenz in der Frage der Gebührenordnung - offenbar alles Ziele, von denen die FDP glaubt, dass sie mit Amtsinhaber Gerwers nicht zu erreichen seien.

Vor der FDP hatten bereits die Grünen eine Wahlempfehlung für Karl van Uem ausgesprochen. Bereits Anfang Mai hatten sie nach langen Diskussionen in mehreren Versammlungen für eine Unterstützung des SPD-Bürgermeisterkandidaten votiert. Auch bei den Grünen resultierte die Unterstützung van Uems aus dem Wunsch nach Veränderung für die Stadt Rees und die Ortsteile.

Das könnten sich die Grünen mit einem Bürgermeister van Uem durchaus vorstellen, zumal sich dadurch auch die Mehrheitsverhältnisse im Rat ändern würden. Derzeit kommt die CDU mit Bürgermeister Gewers auf 18 Stimmen im Rat - eine mehr als SPD (10), Grünen (5) und FDP (2) zusammen. Sollte tatsächlich Karl van Uem die Wahl gewinnen, würde die Bürgermeisterstimme der CDU an die SPD gehen. Die CDU wäre dann zwar immer noch die stärkste Kraft im Rat, hätte aber das Nachsehen, wenn sich SPD, Grüne und Liberale bei Abstimmungen zusammentun würden. Würde es dazu kommen, könnte man das durchaus als "historisch" bezeichnen. Allerdings: Seit vielen Jahren regiert die Reeser CDU nicht nur mit absoluter Mehrheit im Rat, sondern gewann auch stets mit deutlichem Vorsprung die Bürgermeisterwahlen.

Quelle: RP
 
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