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Emmerich
Kritik aus Hüthum am Dachverband

Emmerich: Kritik aus Hüthum am Dachverband
Bei der Abstimmung stimmten 63 von 65 Mitgliedern für die Änderung der Satzung gemäß der Richtlinien des Dachverbandes. Jetzt dürfen im Einzelfall Nicht-Christen dem Verein beitreten, wenn sie sich einer Prüfung unterziehen. FOTO: Markus van Offern
Emmerich. St.-Georg-Schützen wollen sich öffnen, doch ihr Dachverband erschwert dies mit einer Mustersatzung. Von Monika Hartjes

Bereits am 27. November 2015 beschlossen die Mitglieder der St.-Georg-Schützenbruderschaft einige Satzungsänderungen, um ihre Satzung aus den 70er Jahren anzupassen. Sie hofften, dass diese zum 1. Januar 2016 genehmigt sein würden. Doch bis heute ist dieses Kapitel noch nicht erledigt. Denn in der Satzung steht, dass die Hüthumer Schützenbruderschaft offen für alle Menschen ist.

"Leider hält unser Dachverband, der Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften, weiterhin an seiner konservativen Meinung fest, dass nur Mitglieder christlicher Konfessionen der Schützenbruderschaft beitreten dürfen, also beispielsweise keine Geschiedenen, aus der Kirche Ausgetretene oder Muslime", erklärte Brudermeister Christoph Scheers auf der Jahreshauptversammlung, die am Samstag im Pfarrzentrum am Koppelweg stattfand.

"Wir haben nach Wegen gesucht, unseren Wunsch, offen für alle zu sein, unterzubringen, aber der Bund besteht auf seine Mustersatzung, auch wenn sie teilweise von der Realität weit entfernt ist." Präses Manfred Wiskamp betonte ebenfalls, dass er sehr enttäuscht sei von dieser konservativen Einstellung des Bundes.

Bis heute blieb der Dachverband dabei und ein Notar signalisierte dem Vorstand, dass die Satzung ohne Genehmigung des Bundes nicht vom Amtsgericht ins Vereinsregister eingetragen werden würde. "Wir müssen also den Wortlaut des Bundes übernehmen", sagte Scheers.

Um nach etwa zweieinhalb Jahren endlich die Sache beenden zu können, stimmten 63 der 65 anwesenden Schützen der Satzungsänderung zu. Jetzt heißt es: "Mitglieder können Personen christlicher Konfessionen werden, die unbescholten sind. Personen, die keiner christlichen Konfession angehören, können im Einzelfall nach eingehender Prüfung gemäß dem Beschluss des Bundes der historischen deutschen Schützenbruderschaften vom 12.03.2017 aufgenommen werden, sofern sie sich zu den christlichen Zielen der Bruderschaft glaubhaft bekennen und sich auf den Inhalt und die Ziele der Satzung verpflichten."

Wer in den geschäftsführenden Vorstand gewählt wird, muss aber immer noch Mitglied einer christlichen Kirche sein. Die Satzung tritt mit Eintragung ins Vereinsregister offiziell in Kraft.

Einstimmig wiedergewählt wurden Heinz-Dieter Höpken als erster stellvertretender Brudermeister, Rudi Venhoven als stellvertretender Geschäftsführer und Günter Langen als stellvertretender Schatzmeister. Für die Wahl zum zweiten Beisitzer gab es drei Kandidaten, hier setzte sich Achim van Marwyk durch. Kassenprüfer Georg Holtkamp bescheinigte den Kassieren eine hervorragende Kassenführung. Für ihn wurde Sebastian Geitzke als neuer Kassenprüfer gewählt.

Christoph Scheers lud alle Mitglieder, Familien und Freunde zum Osterfeuer am Ostersonntag auf dem Festplatz an der Eltener Straße ein. Es beginnt gegen 19 Uhr. Da der amtierende Schützenkönig Jupp Verhoeven beim Bezirksschützenfest im letzten Jahr in Rees-Feldmark den Vogel abschoss, findet das diesjährige Bezirksschützenfest am Samstag, 26. Mai, in Hüthum statt.

Scheers informierte die Mitglieder über den Antrag eines Glasfaseranschlusses für das vereinseigene Schützenhaus. 390 Mitglieder gehören der Bruderschaft an, mit dem Zug 10-Junioren unter Zugführer Gerrit Nieuwenhuis gründete sich jetzt ein neuer Schützenzug. Der Brudermeister erklärte, dass man für kleinere Arbeiten zur Instandhaltung des Schützenhauses weitere handwerklich begabte Helfer und rüstige Rentner suche. Mit einem geselligen Beisammensein und einer Verlosung klang der Abend aus.

Quelle: RP
 
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