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Rees
Kunstliebhaber lassen Gemälde schätzen

Rees: Kunstliebhaber lassen Gemälde schätzen
Bei der Gemäldebewertung im Reeser Koenraad-Bosmann-Museum (v. l.): Galerist Heinz Janssen, Maria Brehm mit ihrem Bild des Malers Emil Diedenhofen sowie Museumshausmeister Rainer van der Horst. FOTO: Markus van Offern
Rees. Kitsch, Kopie oder echte Kunst? Ein Fachmann nahm am Wochenende Dachboden-Schätze und Ererbtes unter die Lupe. Auch die elfte Auflage der Gemäldebewertung im Koenraad-Bosman-Museum in Rees war ein Publikumsrenner. Von Julia Latzel

Wer am Samstag im Koenraad Bosman Museum in Rees nach Horst Lichter Ausschau hielt, suchte vergeblich. Trotzdem erinnerte die Szenerie stark an das Fernsehformat "Bares für Rares", bei dem Privatpersonen wahre Schätze von zu Hause mitbringen und deren Wert schätzen lassen, um sie Händlern zum Kauf anzubieten. Bei der Gemäldebewertung ging es in Rees jedoch erst einmal um die Einschätzung des Wertes der einzelnen Exponate.

Um mehr Menschen für die Kunst zu interessieren, kamen die Mitarbeiter des Museums vor elf Jahren auf die Idee, die Gemäldebewertung als festen Bestandteil ins Jahresprogramm aufzunehmen. Es war eine gute Idee. Die Veranstaltung läuft mit großem Erfolg. Elf Jahre ist auch Galerist Heinz Janssen aus Kevelaer schon dabei. Der Galerist, der in Kevelaer eine Galerie und eine Rahmenwerkstatt betreibt, nahm die mitgebrachten Bilder genau unter die Lupe. Seine Expertise hat ihm in Rees bereits den Beinamen "Meister" verschafft.

Im Fünf-Minuten-Takt ließen am Samstag knapp 40 Besucher ihre Gemälde bewerten. Dabei durften höchstens vier Bilder pro Person mitgebracht werden. Für jedes Exponat, das bewertet werden sollte, wurden zehn Euro fällig. Dass die Gemäldebewertung mittlerweile auch weit über die Grenzen der Stadt Rees hinweg bekannt ist, weiß Museumsmitarbeiterin Ramona van der Horst: "Die Leute haben teilweise einen sehr weiten Anreiseweg. So kamen heute einige aus Dortmund, Düsseldorf und Mülheim zu uns." Und um einen der heiß begehrten Termine bei Heinz Janssen zu bekommen, mussten Interessierte Glück haben. Brigitte Nehling aus Mehr versuchte schon zum dritten Mal, sich anzumelden, jetzt hat es endlich geklappt. Mit im Gepäck hatte die Mehrerin unter anderem ein Bild ihres Großvaters: "Das stand bis jetzt nur bei uns auf dem Dachboden und wird von einer Ecke in die andere geschoben. Zu unserer Einrichtung passt es leider nicht." Das Bild hatte ihr Großvater 1956 als 1. Preis bei einem Pferderennen in Haldern gewonnen. Heinz Janssen merkte an, dass die Lithographie für die damalige Zeit hochwertig ist: "Der Wert ist dann aber doch eher ideell. In einer Versteigerung würde es nur 20 bis 30 Euro bringen." Diese Einschätzung enttäuschte Brigitte Nehling allerdings nicht: "Jetzt weiß ich endlich, was es wert ist. Vielleicht lasse ich es noch einmal neu rahmen und finde einen schönen Platz dafür." Zur Gemäldebörse wird sie ihre Bilder wohl nicht geben. Die findet am Wochenende 18. und 19. November im Museum statt. Von 11 bis 17 Uhr können Besucher ihre Bilder Interessierten zum Kauf anbieten. Die Anmeldegebühr beträgt fünf Euro. Zehn Prozent des Verkaufserlöses gehen an das Museum. Anmelden können sich Interessierte bis Montag, 30. Oktober. Und vielleicht finden sich einige der Bilder, die Heinz Janssen jetzt begutachtet hat, dann an den Museumswänden wieder.

Quelle: RP
 
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