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Rees
Kunstmesse mit Clownskopf

Rees: Kunstmesse mit Clownskopf
FOTO: Heinz Kunkel
Rees. Zum neunten Mal gab es im Reeser Bürgerhaus Malerei, Fotografie und Skulpturen zu bestaunen. Besucher konnten den Kunstschaffenden bei der Arbeit auch über die Schulter schauen und mit ihnen ins Gespräch kommen.

"Bei Künstlern gibt es keine Konkurrenz — hier sind 27 Künstler, und keiner arbeitet so wie der andere", sagte der Niederländer Theodoor Peters mit Blick auf die vielen unterschiedlichen künstlerischen Ansätze, die er und seine Kollegen den Besuchern im Reeser Bürgerhaus präsentierten. Das galt in jedem Fall auch für seine Skulpturen. Besonders ins Auge fiel dabei sein Clowns-Kopf mit aufgerissenem Mund. "Der Clown steht für ein Trauma beim Zahnarzt, wo man mit offenem Mund dasitzt und nur Ah sagen kann." Die Reeser Kunstmesse ist für Peters wegen ihrer Kleinteiligkeit etwas Besonderes. "Das ist schöner als mit 600 Künstlern auf einmal in Rotterdam zu sein, das hier hier familiärer." Skulpturen wie die von Peters seien allerdings die Ausnahme, unterstrich Christine Meininghaus, Organisatorin der 9. Kunstmesse. Der Schwerpunkt liege auf Malerei und Fotografie.

Erfreut zeigte sich Meininghaus über das Lob der stellvertretenden Bürgermeisterin Mariehilde Henning. Die hatte bei der Eröffnung die Vielfalt der Beiträge gewürdigt. Es sind auch einige neue Künstler am Start. An bemerkenswerten Kunstbeiträgen mangelte es nicht - unter anderem fielen die cartoonartigen Gemälde der Oldenburgerin Nina Boos ins Auge. "Mein Vater Hans hat früher Bergbauzeichnungen gemacht - den Humor hab ich von ihm als 'unserem Wilhelm Busch am Niederrhein'", erzählte die 57-Jährige.

Das Spektrum der gezeigten Arbeiten bei der 9. Reeser Kunstmesse war wieder breit. Für fast jeden Geschmack war etwas dabei. FOTO: Heinz Kunkel

Der Bocholter Maler Wilhelm Feldhaar versuchte auf der Bühne, das Wasserspiel an seinem Eiffelturm-Bild in Gang zu bringen. "Das ist Kunststoff-Aluminium und wetterbeständig." Daneben zeigte er abstrakte Werke wie Fantasiesymbole, die erst mittels einer Spiegelung vollständig zu sehen sind. "Wir wollen das Publikum auch verwirren und herausfordern."

Faszinierend auch die Arbeiten von Andreas Denstorf alias Platux, der mit seinen großformatigen Fotografien wie der Manhattan Skyline schon im Pariser Louvre und demnächst in Abu Dhabi zu sehen sein wird. "Toll, dass man als ,kleiner' gebürtiger Reeser so was international verkaufen und die Stadt bekannter machen kann." Die Weselerin Angelika Schlegel fand die Arbeiten "imposant, würde sie aber nicht in der Wohnung aufhängen".

Im ersten Stock sorgten die großformatigen Acrylbilder mit "Ramazotti" oder "Havana Club"-Flaschenmotiv für einen Hingucker. "Das sind alles die Sachen, die wir trinken", scherzte der Bocholter, der in Kalkar bei der Luftwaffe mal einen großformatigen "Märchenwald" fertigen sollte und darüber ans Malen kam. "Wenn ich dafür die Räume hätte, würde ich sie hängen und dort Partys feiern", bekannte eine Besucherin aus Düsseldorf. Ein paar Meter weiter arbeiteten Monika Büding und Sabine Günzel an neuen Bildern. Und die Kuhbilder von Babette Hinz aus Rhede erinnerten die Münsteranerin Margret Musa an ihre Kindheit.

Für Erstaunen sorgten die wie gemalt erscheinenden Fotografien des Niederländers Jan Gerber. "Total faszinierend", sagte Clemens Reinders und blätterte fasziniert in den Alben des Künstlers.

(aflo)
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