| 00.00 Uhr

Rees
Kuypers warnt vor Fachkräftemangel

Rees: Kuypers warnt vor Fachkräftemangel
Hans-Josef Kuypers, Geschäftsführer der Kreis-Wirtschaftsförderung, am Rednerpult. FOTO: van Offern Markus
Rees. Der drohende Mangel an Ärzten und weiteren Fachkräften im Kreis stand im Mittelpunkt des Unternehmerfrühstücks. Von Michael Scholten

Die Kreis-Wirtschaftsförderung und die Stadt Rees hatten zum Unternehmerfrühstück ins Hotel Rheinpark geladen. Im Mittelpunkt der Diskussion stand der drohende Mangel an Ärzten und weiteren Fachkräften im Kreis Kleve. "Von derzeit 185 Ärzten werden wir in zehn Jahren unter Umständen nur noch 95 haben", warnte Hans-Josef Kuypers, Geschäftsführer der Kreis-Wirtschaftsförderung. Er begrüßte, dass Landrat Wolfgang Spreen die Kontaktpflege zu jungen Ärzten zur "Chefsache" mache und dass Kleve jüngst als einziger Kreis auf dem Praxisbörsentag in Düsseldorf vertreten war.

Auch jenseits der Praxen sieht Kuypers die Gefahr eines Fachkräftemangels: "Im Jahr 2020 werden wir im Kreis nur noch 2800 Schulabgänger haben, fast 1000 weniger als im Jahr 2010."

Er appellierte an die Unternehmer, im nächsten Jahr zirka 7000 Praktikumsplätze zu schaffen. Bei der Initiative "Kein Abschluss ohne Anschluss" sollen Schüler der weiterführenden Schulen Einblicke in je drei Berufsfelder erhalten. Kuypers wertete die Praktika als Chance für die Firmen, ihre späteren Auszubildenden schon jetzt zu treffen.

Zugleich empfahl er, frühzeitig die Übergabe familiengeführter Unternehmen zu planen. Im Kreis Kleve seien in den nächsten Jahren 700 Betriebe und 11.000 Mitarbeiter betroffen. "Das Problem wird unterschätzt, zumal die Einarbeitung eines Nachfolgers drei bis fünf Jahre dauert."

Der Geschäftsführer der Kreis-Wirtschaftsförderung bekräftigte seine Überzeugung, dass der Kreis Kleve sich gezielt um die Ansiedlung niederländischer Firmen bemühen muss: "Schon jetzt sind von den 870 internationalen Firmen, die wir haben, 700 aus den Niederlanden." Dass die Grundstückspreise auf deutscher Seite zum Teil 50 Prozent niedriger seien als auf niederländischer Seite, sei ein Pfund, mit dem die Wirtschaftsförderer noch stärker wuchern sollten.

Kuypers gratulierte der Stadt Rees zu einer Steigerung der touristischen und geschäftlichen Übernachtungen um 13,4 Prozent von 39.2000 (2014) auf 44.400 (2015). Der Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers lobte die Anziehungskraft der Rheinstadt und insbesondere der aktuelllen "Alltagsmenschen"-Ausstellung. Umso wichtiger sei eine gute Gastronomie. Er begrüßte, dass ein Gastronom für den geplanten Neubau am Kanuclub gefunden wurde und dass das Restaurant "Op de Poort" mit verändertem Konzept weiter bestehen bleibt. Glücklich zeigte Gerwers sich auch über den Erhalt der Kinderarztpraxis in Rees.

Für das Post- und Niag-Gelände wurde laut Bürgermeister Gerwers nun ein Abrissantrag gestellt. "Ich bin zuversichtlich, dass die Arbeiten bald beginnen", sagte der Bürgermeister. Wohnungen, Gastronomie und Gewerbe stünden weiterhin im Mittelpunkt, auch wenn die Stadt auf dem Niag-Gelände in einem eigenen Neubau das Jobcenter und einen Teil der Verwaltung bündeln will.

Zum Abschluss des Unternehmerfrühstücks referierte Prof. Dr. Christian Rüttgers aus Duisburg über "Erfolgreiche Mitarbeiterbindung". Er zeigte die Bedeutung einer "emotionale Bindung" der Mitarbeiter zu ihrer Firma auf. Diese führe zu höherer Arbeitsleistung, weniger Stress und einer geringeren Abwanderungsbereitschaft, die gerade in Zeiten des Fachkräftemangels unerlässlich sei.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Rees: Kuypers warnt vor Fachkräftemangel


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.