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Emmerich
Lärmschutz Betuwe: Die Bahn drückt sich

Emmerich: Lärmschutz Betuwe: Die Bahn drückt sich
Wie hoch der Lärm an der Bahn ist, steht längst fest. Wie er reduziert werden kann, ist auch klar. Aber die Bahn rührt sich nicht. FOTO: Archiv
Emmerich. Die Konzernbeauftragte kommt nicht zum Treffen der Bürgerinitiativen in Duisburg. Von Cornelia Brandt

Was unternimmt die Bahn, um den Lärm an der Betuwe-Linie um 50 Prozent zu senken? Das war die Frage, die gestern die Vertreter der Betuwe-Initiativen von Emmerich bis Oberhausen interessierte. Die Lärmschutzbeauftragte der Deutschen Bahn AG, Ines Jahnel, hatte sie nach Duisburg eingeladen - eine Premiere, denn zuvor hatte es kein direktes Gespräch dieser Art gegeben.

Doch die extra angereisten Sprecher der Initiativen wurden enttäuscht, kam Ines Jahnel nicht einmal persönlich, sondern wurde von Mitarbeitern bei dem Gespräch vertreten. Auf die für rund 500 000 Anwohner an der Betuwe wichtigen Fragen konnten diese keine verbindlichen Antworten geben.

Unklar bleibt, laut den Sprechern der Bürgerinitiativen, auf welcher Basis und mit welchem Nachweis die Bahn die Lärm-Immissionen an der Betuwe um 50 Prozent reduzieren will. Ebenfalls gab es keine Antwort auf die Frage, warum bei der gleichen Güterzugtrasse in Baden-Württemberg der Schienenbonus entfällt, in Nordrhein-Westfalen aber nicht. Dieser Bonus gesteht der Bahn grundsätzlich zu, dass sie lärmt, ohne dass etwas dagegen getan werden muss. "Wir hatten gehofft, dass Frau Jahnel sich beim Vorstand der Deutschen Bahn dafür einsetzt, dass die Bahn vom Eigentümer Bundesrepublik so viel Geld für Lärmschutz in NRW einfordert, wie es Baden-Württemberg bekommt", sagte Gert Bork, der Sprecher des Verbands der Bürgerinitiativen. Diese Hoffnung habe sich ebenfalls nicht erfüllt. Zudem seien in den Projektbeiräten am Oberrhein Bürger und Kommunen vertreten. "Das wird uns hier in NRW verwehrt", so Bork.

Unklar bleibe für die Bürgerinitiativen des weiteren, auf welcher Seite die Bahn stehe - auf der der Speditionslobby oder auf Seiten den Bürger und der Regierung. Beschlossen sei gewesen, dass bis 2016 die Hälfte der Waggons auf lärmarme Lauf- und Bremswerke hätten umgerüstet sein müssen. "Die Speditionslobby hat dazu eigene Gutachten eingebracht aufgrund derer die Verkehrsministerkonferenz den Termin gekippt hat. Das war für uns ein Schlag ins Gesicht", sagte Bork.

Die Vertreter der Bürgerinitiativen hoffen, dass das gestrige Gespräch ein Einstieg in einen Dialog gewesen ist. "Wir brauchen aber keinen Dialog nur um des Dialogs willen", so Bork. "Wir sind nicht gegen die Betuwe", betonte er, aber die Gesundheit der Bürger müsse berücksichtigt werden. "Ich erwarte für zukünftige Gespräche konkrete Antworten auf die Frage 'Was können Sie für uns tun'." Ein Termin für eine Fortsetzung stehe noch nicht fest.

Quelle: RP
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