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Rees
Laura Enkrott will die Beste werden

Rees: Laura Enkrott will die Beste werden
Laura Enkrott FOTO: Lindekamp
Rees. Die Reeser ist Auszubildende im Café Marché und tritt für ihre Berufsgruppe bei den Niederrheinmeisterschaften an.

"Na Laura, heute lässt du dich bedienen", lacht Dunja Scheepers, Inhaberin des Café Marché und Chefin der jungen Frau. Eigentlich ist die 24-jährige Laura Enkrott diejenige, die sich um die Wünsche der Gäste kümmert, doch heute treffen wir sie an ihrer Arbeitsstelle zum Gespräch. Die Uedemerin ist im dritten Lehrjahr der Ausbildung zur Restaurantfachfrau - und eine echt gute dazu. Sie hat sich für die Niederrheinmeisterschaften des Gastgewerbes qualifiziert.

In einer theoretischen Prüfung musste sie ihr gastronomisches Fachwissen unter Beweis stellen. Rund 90 Minuten lang rechnete sie Mischungsverhältnisse aus, erklärte Fachbegriffe, beantwortete Fragen zur Weinherstellung und zu Lebensmitteln. Mit dem besten Ergebnis beschloss sie die Theorie und qualifizierte sich damit für den praktischen Teil des Wettbewerbs am 29. Februar im Hotel Hohe Mark in Wesel.

Enkrott ist bereits das zweite Mal dabei, schon im vergangenen Jahr hat sie an dem Wettbewerb teilgenommen. "Ich fand den Tag an sich toll, aber es war auch ein kleiner Überfall", erinnert sich die junge Frau. Im zweiten Lehrjahr bringe man auch noch nicht alle Fähigkeiten für den praktischen Teil mit. Von den Auszubildenden wird an diesem Tag eine Menge gefordert: Sie müssen eine Küchenaufgabe lösen, das kann Filetieren, Tranchieren oder Flambieren sein, Menüs schreiben, einen Tisch eindecken, einen Cocktail mixen oder eine Speise zubereiten - und das alles unter den wachsamen Blicken der Prüfer. Was genau dran kommt, ist für die Teilnehmer eine Überraschung. "Letztes Mal mussten wir eine Forelle Müllerin filetieren. Ich war froh, dass wir das vorher in der Schule geübt haben", erzählt Enkrott.

Über eine gewisse Eigenverantwortung müsse man verfügen. Mehrere Hähnchen hat sie sich zur Vorbereitung gekauft und das Tranchieren immer wieder trainiert. "Man will ja auch, dass es am Wettbewerbstag schnell und reibungslos funktioniert", so Enkrott. Als es ans Zubereiten der Speisen ging, war sie erleichtert, dass nur ein Omelett gebacken werden musste, denn gekocht wird ohne Rezept. Schwieriger wird es am Abend, dann steht das große Prüfungsessen an. Nach einem vorgegebenen Warenkorb wird ein Vier-Gänge-Menü für rund 64 Gäste gezaubert.

2015 hat Enkrott den dritten Platz belegt, eine Urkunde und einen Pokal bekommen. Und dieses Jahr Platz eins? "Wir schauen mal. Wenn es so sein sollte, würde ich mich freuen", antwortet die junge Frau bescheiden lächelnd.

Egal wie es ausgeht, Enkrotts Chefin ist stolz auf ihre Auszubildende. Bei jedem Wettbewerb fiebert Scheepers mit. Die Uedemerin ist ihre erste Auszubildende. Schon als Schülerin hat die 24-Jährige dort gejobbt. Weil die Zusammenarbeit so gut klappte, hat Scheepers mit der IHK gesprochen und einen Ausbildungsplatz für die junge Frau geschaffen. Ein Azubi ist für Scheepers keine billige Ausbildungskraft: "Die sind nicht nur zum Spülen und Putzen da."

Das Café Marché ist nur im Tagesgeschäft tätig, deswegen war es Scheepers wichtig, dass Enkrott auch andere Bereiche kennenlernte und sie ermöglichte ihr die Teilnahme an einem vierwöchigen Austausch in einem Hotel in Island. Laura Enkrott hat Pläne, möchte nach ihrer Ausbildung studieren, in großen Restaurants arbeiten. Ihre Chefin ist überzeugt, dass sie es noch weit bringt.

(kwa)
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