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Rees
Letzte Abteilung im Krankenhaus schließt

Rees: Letzte Abteilung im Krankenhaus schließt
"Die Verluste waren einfach zu hoch", sagte gestern Geschäftsführer Johannes Hütte. Ab Juli ist das Reeser Krankenhaus Geschichte. FOTO: Axel Breuer
Rees. Geschäftsführer Dr. Hütte teilte gestern mit, dass die ambulante orthopädische Reha in Rees zum 30. Juni abgewickelt wird. Von Sebastian Latzel

Mehr als 150 Jahre gibt es das Reeser Krankenhaus. Das Angebot freilich wurde in den letzten Jahren immer weiter zurückgefahren. Vor einiger Zeit zog die Geriatrie nach Emmerich. Jetzt schließt die orthopädische Reha-Abteilung. Das teilte gestern Geschäftsführer Dr. Johannes Hütte mit. "Für meine erste Betriebsversammlung hier hätte ich mir natürlich einen erfreulicheren Anlass gewünscht", sagte er. So musste er den Mitarbeitern mitteilen, dass die Abteilung zum 30. Juni geschlossen wird. 24 Beschäftigte sind davon betroffen. Sie sollen auf andere Einrichtungen der Krankenhaus-Holding "pro homine" in Emmerich oder Wesel verteilt werden. Allerdings werden befristete Verträge nicht verlängert. Das kann auch Mitarbeiter in anderen Bereichen der Holding betreffen. Hintergrund der Schließung seien Kostengründe. Die Einrichtung sei immer schon defizitär gewesen. Seit der Eröffnung im Jahr 2007 habe die Abteilung Verluste produziert. "Wir hatten gehofft, den Standort Rees wirtschaftlich führen zu können. Das ist nicht gelungen", sagte Hütte. Problem war offenbar die ländliche Lage. Dadurch fallen hohe Fahrtkosten an, um die Patienten nach Rees zu bringen. Eben diese Mehrkosten wollten einige Kostenträger (vor allem Krankenkassen) nicht übernehmen. "Wir haben noch einmal das erste Quartal abgewartet, als es aber bei den Kostenträgern keine Bewegung kam, mussten wir handeln", sagt Hütte. Daher habe man jetzt die Mitarbeiter informiert. Die Verluste seien einfach so hoch gewesen, dass man habe handeln müssen. Mit dem Schließen der orthopädischen Reha gibt es ein solches Angebot im Kreis Kleve nicht mehr. Die Patienten müssen jetzt entweder stationär aufgenommen werden oder bis Dinslaken fahren, wo die nächste ambulante Reha ist. Hütte betonte, dass weiter nach Alternativen gesucht werde. Er schloss nicht aus, dass vielleicht in Emmerich einmal eine Reha eingerichtet werden könnte. "Aber das ist erst einmal Zukunftsmusik."

Festhalten wolle pro homine auf jeden Fall an der kardiologischen Reha in Wesel. "Zwar schreiben wir auch da rote Zahlen, aber wir sehen die Reha als Ergänzung zum Angebot unserer Kardiologie im Marienhospital", erläuterte der Geschäftsführer. Eine Verlegung der kardiologischen Reha nach Rees sei aber kein Thema. "Weil dann eben durch die ländliche Lage wieder hohe Fahrtkosten anfallen würden."

Was später mit den freien Räumen passieren soll, sei noch völlig offen. Sinnvoll sei, ein Gesamtkonzept für das Gebäude zu finden. Im Mai soll bekanntlich der Umbau des Agnesheims starten. Das Projekt werde von der Schließung der Reha nicht tangiert. Es könne aber durchaus sein, dass der Bereich der Reha-Abteilung später für Betreutes Wohnen umgebaut werde.

Quelle: RP
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