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Rees
Licht an!

Rees: Licht an!
Oben: Beeindruckend erscheint die illuminierte Reeser Rheinbrücke. Die beleuchteten Pylonen wirken wie ein Tor, durch das man nach Rees hineinfährt. Unten: Auch beim traditionellen Feuerwerk zum Abschluss der Reeser Kirmes kam gute Stimmung auf. FOTO: Markus van Offern
Rees. Zum Abschluss der Kirmes sorgte der Reeser VVV mit der Beleuchtung der Rheinbrücke für einen Blickfang. Von Michael Scholten

"Lampe an" war ruckzuck ausverkauft. Der Likör, den der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) zur Premiere der Rheinbrückenbeleuchtung hatte produzieren lassen, erwiesen sich auf der Kirmes als Bestseller. Bereits am Montag hatten die insgesamt 1000 kleinen Flaschen neue Besitzer gefunden und je zwei Euro in die Kasse des VVV gespült. Außerdem dürften die vielen durstigen Besucher, die an vier Kirmestagen bis weit nach Mitternacht den VVV-Bierstand an der historischen Pumpe umlagerten, den Vorjahresrekord von 11.000 verkauften Getränken geknackt haben. Das bedeutet: neues Geld für neue Projekte.

Denn bis die Reeser Rheinbrücke, die im Dezember 50 Jahre alt wird und am Kirmesdienstag um 20.45 Uhr erleuchtet wurde, waren 41.000 Euro und drei Jahre mit zahlreichen Genehmigungsverfahren nötig. "Freut' Euch des Lebens", spielte das Tambourcorps Rees, als die zwölf LED-Strahler endlich ihre Arbeit aufnahmen. "Es gibt nicht so viele Lieder zum Thema Licht", erklärte Tambourmajor Michael Roos die Titelwahl. "Bei den Sankt-Martins-Liedern geht es ja eher um Laternen als um LED-Strahler."

So mancher Reeser, der an der Promenade auf den Beginn des Höhenfeuerwerks um 21 Uhr wartete, war überrascht, dass die beleuchtete Brücke nicht in ihrer gesamten Schönheit zu sehen war. "Die Brücke ist halt sehr weit von der Rheinpromenade entfernt", erklärte Heinz Wellmann, Beisitzer des VVV-Vorstands. "Im Vergleich zu Rees steht die Emmericher Rheinbrücke näher an der Promenade, weshalb sie auch heller wirkt." Wellmann empfiehlt den Reesern, abends oder nachts bis Reeserward oder über die Rheinbrücke zu fahren: "Die beleuchteten Pylonen wirken wie ein Tor, durch das man nach Rees hineinfährt oder die Stadt wieder verlässt."

Der aktuelle Stand der Brückenbeleuchtung ist laut Wellmann "ein erster Meilenstein für das Wahrzeichen". Der VVV-Vorsitzende Bernd Hübner hatte bereits beim Pressegespräch vor der Kirmes angedeutet, dass langfristig auch die Außenbereiche der Schrägseile beleuchtet werden können: "Die Stromkabel sind gelegt, ein Ausbau der Beleuchtung ist möglich." Aktuell müsse der VVV jedoch in Sachen Rheinbrücke eine "kassentechnische Pause" einlegen, ergänzte der stellvertretende VVV-Vorsitzende Michael Kemkes. Die Stromkosten für die Beleuchtung, die jetzt über eine astronomische Zeituhr allabendlich automatisch mit Einbruch der Dämmerung anspringen wird, trägt die Stadt Rees.

Die Reeser Kirmes endete am Dienstag mit dem traditionellen Höhenfeuerwerk, mit dem die Schausteller seit 1971 die Reeser Bürger und Besucher an die Rheinpromenade und anschließend wieder auf die Fahrgeschäfte locken. Ab 21 Uhr stoppte die Wasserschutzpolizei für 15 Minuten den Schiffsverkehr, damit die Feuerwerksraketen 15 Minuten lang sicher von der Reeserschanz in den Himmel geschossen werden konnten. Daniel de Raaf, Kapitän der Rheinfähre "Rääße Pöntje", beförderte die Feuerwerker sowie die Brandwache haltenden Feuerwehrleute von Ufer zu Ufer und lud einen kleinen Personenkreis ein, das Feuerwerk direkt auf dem Rhein von der Fähre aus zu beobachten.

An der Rheinpromenade war auch das am Steiger liegende Fahrgastschiff "Stadt Rees" ein beliebter Treffpunkt für Reeser, die sich das Feuerwerk im Sitzen und mit einem Getränk anschauen wollten. Am zweiten Steiger hatte das niederländische Kreuzfahrtschiff "Sailing Home" für eine Übernachtung mit 32 Fahrradtouristen aus den USA festgemacht. Sie verfolgten das Feuerwerk vom viktorianisch eingerichteten Salon aus und fanden es "Amazing!"

Ordnungsamtsmitarbeiter Frank Schlüter, der die Reeser Kirmes einmal mehr federführend organisiert hatte, blickte am Dienstagabend zufrieden auf den Verlauf der Veranstaltung zurück. Dennoch blieb sein Ärger über die kurzfristige Absage zweier großer Fahrgeschäfte: "Aus wirtschaftlicher Sicht kann ich das sogar verstehen, aber in solchen Fällen sollen die Betreiber für gleichwertigen Ersatz sorgen und nicht einfach das Handy ausschalten."

Die Stadt Rees will bei den entsprechenden Schaustellern die vertraglich festgelegte Konventionalstrafe einfordern.

Quelle: RP
 
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