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Emmerich
Lindchen bietet jetzt "Fisch im Bus"

Emmerich: Lindchen bietet jetzt "Fisch im Bus"
Bernd Hesseling, Dave Wennekes, Johannes Hesseling, Bernadette Wennekes und Rita Hesseling (v.l.) vor dem umgebauten Bus, in dem ab sofort von Donnerstag bis Freitag zu den Lindchen-Öffnungszeiten Fisch gekauft werden kann. FOTO: GOTTFRIED EVERS
Emmerich. Ab sofort bietet der Bauernmarkt Lindchen in Keppeln ein großes Sortiment an Fisch und Meerestieren in einem fast 20 Meter langen Fahrzeug an. Die Ware wird aus Emmerichs Nachbarort, dem niederländischen 's-Heerenberg, geliefert. Von Anja Settnik

Fast 20 Meter lang, leuchtend blau und mit blau-weißen Markisen ausgestattet, richtet der Gelenkbus die Aufmerksamkeit der Kunden sicher auf sich. Auch, wer eigentlich Kartoffeln, Blumen, Salat oder Wurst kaufen möchte, wird mit einiger Sicherheit mindestens einen Blick auf dieses neue Sortiment werfen. "Lindchen"-Chef Bernd Hesseling hat den Niederländer Dave Wennekes dafür gewonnen, aus einem riesigen ausgedienten Bus heraus frischen Fisch zu verkaufen. "Dieser Bus, der früher im Raum Gronau unterwegs war, war praktisch Schrott und ich habe ihn in zweijähriger Arbeit mit einem anderen Landwirt zusammen wieder aufgebaut", erzählt Hesseling. Mit Geschick, Ausdauer und einer Menge Enthusiasmus, betont er. Jetzt steht er da quer vor dem Bauernmarkt, und wer immer sein Auto auf dem großen Parkplatz abstellt, bekommt ihn zu Gesicht - und natürlich in die Nase. Denn eine Menge Fisch wird angeboten, frisch, geräuchert, eingelegt, gebraten und gebacken oder zu Suppe verarbeitet. Mitnehmen nach Hause oder gleich vor Ort verputzen - beides ist möglich.

"Ich komme aus 's-Heerenberg, wo wir im Industriegebiet ein großes Geschäft haben", sagt Wennekes. Der Familienbetrieb, den er in der dritten Generation leitet, beliefert Großhandel und Gastronomie, verkauft aber auch an privat. "Auf zehn Wochenmärkten sind wir vertreten, und jetzt eben auch am Bauernmarkt Lindchen", sagt der Niederländer. Von Donnerstag bis Freitag gibt es von nun an zu den Lindchen-Öffnungszeiten leckeren Fisch aus diversen Gebieten. "Viel aus Skandinavien, aber auch aus Schottland, Island und anderen Gegenden." Die Muscheln kommen natürlich aus Zeeland, Jakobsmuscheln aus dem Atlantik. "Sehr gerne kaufen die Leute Kabeljau und Seelachs", hat Rita Hesseling bemerkt, außerdem Backfisch, der mit einer würzigen Soße am liebsten gleich am oder im Bus verzehrt wird. "Wenn es jetzt milder wird, können die Kunden an Stehtischen auch draußen essen", erzählt sie.

Mindestens genauso schön ist es aber in dem originell ausgebauten Fahrzeug. Auf Hochglanz polierte Holzsitze laden zum gemütlichen Imbiss ein. Wer sich über die verschiedenfarbige Deckengestaltung wundert, erfährt vom Chef: "Hier links, wo Rot dominiert, gibt es geräucherten und eingelegten Fisch, auch den fertig gebackenen, die Theke auf der anderen Seite, wo es blau leuchtet, enthält den frischen Fisch." So muss derjenige, der auf einen Snack aus ist, nicht in der Schlange mit denjenigen warten, die fürs heimische Abendmahl einkaufen und umgekehrt.

Zur Eröffnung sprach die Hummersuppe mit einem Glas Sekt viele Fischfreunde an. Bernd Hesseling, der selbst schon mal einen Kochkurs besucht hat und mit Begriffen wie Reduzieren oder Dünsten gekonnt jongliert, findet gut, wenn der Verbraucher erkennt: Es gibt nicht nur grätenlose Filets, auch fast alles andere vom Fisch hat hohe Qualität und kann zu diversen Köstlichkeiten verarbeitet werden. Zum Beispiel zu Bouillabaisse oder Paella.

"Der Bus ist für den Fisch einfach klasse, weil die Kunden durch die großen Fenster die Ware schon sehen können. Alles von Austern bis zum Lachs liegt appetitlich präsentiert auf gestoßenem Eis, das ganze Fahrzeug ist professionell gekühlt und klimatisiert", erklärt Hesseling. Auf die Idee zu dem Fischverkauf sei er über seine Forellen aus den eigenen Teichen am Gocher Berg gekommen. "Die Leute wollen ja nicht immer nur Forellen essen."

Quelle: RP
 
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