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Emmerich
Linkes Zentrum für Emmerich geplant

Emmerich: Linkes Zentrum für Emmerich geplant
Sitzt seit 2014 im EU-Parlament: Fabio De Masi. FOTO: van Offern, Markus (mvo)
Emmerich. EU-Abgeordneter Fabio De Masi eröffnet auf der Steinstraße sein Büro, in dem auch die Kreis-Linke zuhause sein soll. Von Markus Balser

Wo bis vor einigen Monaten noch das Antiquitätengeschäft "Kuriosa" zuhause war, soll ab dem 9. Mai linke Politik betrieben werden. Dann nämlich eröffnet Fabio De Masi auf der Steinstraße 29 sein neues Regionalbüro. Der 34 Jahre alte Ökonom, der für "Die Linke" seit vergangenem Jahr im EU-Parlament sitzt, gilt unter anderem als Spezialist für das Freihandelsabkommen mit den USA und die europäische Griechenland-Politik.

De Masi, der eine deutsche und italienische Staatsbürgerschaft besitzt, ist für Hamburg und NRW zuständig. Er war unter anderem auch wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag von Sarah Wagenknecht.

Den Standort Emmerich hat er bewusst für sein Regionalbüro ausgewählt. "Ich wollte nicht in eine Großstadt, wo wir schon gut aufgestellt sind, sondern dahin, wo's weh tut - in die Fläche, wo wir noch Aufbauarbeit betreiben müssen", sagte er gestern der RP.

In der Tat ist Emmerich nicht gerade eine linke Hochburg. Hier hat die "Linke" bei den letzten Kommunalwahlen gerade einmal 1,7 Prozent der Stimmen erhalten. Sie ist derzeit lediglich mit Werner Stevens im Rat vertreten, der sich mit Christoph Kukulies (ehemals FDP) und dem ehemaligen Ratsherr der Linken, Thomas Meschkapowitz (BSD), zur Fraktion "Embrica" zusammengeschlossen hat.

An der Steinstraße soll jetzt ein "Linkes Zentrum" entstehen. Neben dem Regionalbüro De Masis, an das sich Bürger wenden können, die im Zusammenhang mit der EU Gesprächsbedarf haben, wird auch der Kreisverband der "Linken" dort demnächst als Untermieter logieren. Es soll regelmäßige Sprechstunden und politische Veranstaltungsreihen geben. "Wir wollen für ein politisches Angebot sorgen, das vor Ort verankert ist", so De Masi gegenüber der RP.

Dass auch die Kreis-Linke an die Steinstraße zieht, ist aus Emmericher Sicht bemerkenswert. Vor fünf Jahren hatten sich die ehemaligen Emmericher Ratsherren der Linken Thomas Meschkapowitz und Bernd Nellissen aus der politischen Arbeit auf Kreisebene aus inhaltlichen Gründen zurückgezogen. Nellissen sprach damals von "skurrilen Positionen" und auch Meschkapowitz empfand die Politik der Linken im Kreis als zu extrem. Er gründete daraufhin die Bürgergemeinschaft Sozialer Demokraten (BSD), für die er heute im Rat sitzt.

Quelle: RP
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