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Emmerich
Lungenkrankes Brandopfer hat eine neue Wohnung

Emmerich: Lungenkrankes Brandopfer hat eine neue Wohnung
Volker Ketteler in der neuen Wohnung, die er am Montag bezog. FOTO: Evers
Emmerich. Plötzlich ging alles ganz schnell. Am vergangenen Samstag stand der Text vom Schicksal des Lungenkranken Klevers Volker Ketteler (41) in der Rheinischen Post. Der Mann musste in einer ausgebrannten Wohnung leben, weil er keine andere fand. Schon Samstagnachmittag hatte der 41-Jährige eine neue Unterkunft gefunden. Von Peter Janssen

"Nachdem der Text in der Zeitung stand, ging es extrem schnell. Ich bin erleichtert, dass ich jetzt in Räumen wohne, in denen ich wieder richtig Luft bekomme und mir keine Sorgen machen muss, dass sich meine gesundheitliche Situation weiter verschlechtert", sagt Ketteler. Er schwärmt von den neuen Zimmern, die sich in der Florastraße in Materborn befinden. "Es ist eine sehr schöne Wohnung, neu gestrichen, mit Laminat ausgelegt - und der Fernseher läuft auch schon", sagt der 41-Jährige.

Doch war es nicht nur der jetzt aktuelle Vermieter von Volker Ketteler, der ihm die Unterkunft angeboten hatte. Auch in der Redaktion der Rheinischen Post meldeten sich hilfsbereite Klever, die den Lungenkranken aufnehmen wollten. Insgesamt waren es vier Mitbürger, die per Mail oder telefonisch Platz für den auf Sozialhilfe angewiesenen Mann haben.

Am Montag hatten Freunde des 41-Jährigen geholfen, seine wenigen noch brauchbaren Gegenstände aus der verbrannten Wohnung herauszuholen. Seine erste Nacht hat er bereits in der Florastraße verbracht. "Ich habe wunderbar geschlafen und schön geträumt", sagte er. Dennoch steht für ihn fest, dass er wieder in sein altes Zuhause zurückkehren will. "Ich fühlte mich dort immer wohl", sagt er. Etwa zwei bis drei Monate soll die Renovierung der "Gift"-Wohnung dauern, bevor Ketteler wieder in das Haus an der Stechbahn umziehen wird. Möbel, die er nicht mitnehmen konnte, hat er vorsichtshalber im Keller untergebracht. Obwohl diese nach dem Feuer eigentlich ein Fall für den Sperrmüll wären.

"Ich bleibe da lieber auf dem Teppich. Man weiß nie, was man von den Behörden für eine Erstausstattung bewilligt bekommt. Bevor es nachher ein böses Erwachen gibt, versuche ich lieber zu retten, was einigermaßen noch zu gebrauchen ist", erklärt Ketteler.

Quelle: RP
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