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Emmerich
Mal rauf, mal runter: Die Gebühren

Emmerich: Mal rauf, mal runter: Die Gebühren
FOTO: Pixabay
Emmerich. Auf und ab bei den Gebühren in Emmerich. 2017 wird das Abwasser teurer, die Müllabfuhr billiger. Niedriger weden die Gebühren auf dem Friedhof, für die Straßenreinigung bleiben sie gleich

Die Bürger müssen sich 2017 auf neue Gebühren bei Abwasser, Müll und Friedhof einstellen. Mal geht's rauf, mal runter. Die Kommunalbetriebe (KBE) legten die neuen Sätze dem Betriebsausschuss vor. Der Rat muss am 13. Dezember noch beschließen. Das ändert sich:

Abwasser: Hier steht eine Erhöhung von ca. 10 Prozent ins Haus. Ein Vier-Personen-Durchschnittshaushalt (160 cbm Schmutzwasser, 150 qm versiegelte Fläche) muss demnach statt 672,20 Euro künftig 739,10 Euro zahlen. Aus ökologischer Sicht ist es gut, dass Schmutzwassermengen und Schmutzfrachten zurückgehen, weil Industrieeinleiter viele Millionen Euro in die Vorklärung und Entsorgung investieren. Andererseits bleiben die Unterhaltskosten für das Klärwerk. Folge: Der Preis pro Kubikmeter erhöht sich. Bei Eröffnung der Kläranlage 1981 fielen 10 Mio. cbm Schmutzwasser an, heute sind es mit Niederschlagswasser mal gerade 3 Mio. cbm. Mit der Gebührenerhöhung arbeitet die Abwassersparte immer noch nicht kostendeckend. Heißt: Die Schraube dürfte sich weiter drehen.

Müll: Hier zahlen die Bürger 2017 gut 7 % weniger für die Entsorgung von Restmüll und Sperrgut. Grund: Die Kosten für die Abfallverbrennung sinken um 50 Euro/Tonne. Die Gebühren bei der Biotonne gehen minimal rauf. Ein Durchschnittshaushalt (399 kg Restmüll, 311 kg Biomüll) muss 260 Euro berappen, 2016 waren es 280 Euro.

Zum Vergleich: Vor 17 Jahren mussten noch 295 Euro aufgebracht werden, 2005 gar 356 Euro. 2012 wurde die Müllentsorgung europaweit neu ausgeschrieben, was sich vorteilhaft auf die Bürger auswirkte. Addiert man die Veränderungen bei Müll und Abwasser, zahlt der Musterhaushalt unterm Strich 47 Euro drauf.

Die neuen Sätze: Restmüll: Gewichtsgebühr: 0,20 Euro (- 20 %), Grundgebühr: 25,50 Euro (- 2 %); Biotonne: Gewichtsgebühr (je kg): 0,16 Euro (-), Gefäßgrundgebühr (pro Jahr): 29,70 Euro (+ 1,6 %).

Friedhof: Lange ein Sorgenkind, erwirtschaftet die Sparte inzwischen Gewinne. Weil die Personalkosten herunter gefahren wurden und die Zahl der Bestattungen und damit die Einnahmen stiegen. Emmerich setzte schon vor Jahren auf moderne Bestattungsformen wie pflegefreie Gräber. Konventionelle Familiengräber sind out, Urnenwahlgräber auf dem Vormarsch. "Durch die positive Entwicklung machen wir die bittere Gebührenerhöhung 2014 wieder rückgängig", sagte KBE-Leiter Klaus Gruyters. Ein Urnenwahlgrab beispielsweise wird 20 % günstiger und kostet künftig 1100 Euro. Von Gerd Bartels (BGE) gab's im Werksausschuss ein "dickes Lob" für den gelungenen Strukturwandel.

Straßenreinigung: Gebühren bleiben konstant.

Beim Abwasser halten die Kommunalbetriebe Emmerich (KBE) eine weitere Gebührenerhöhung 2018 für wahrscheinlich aufgrund der immer geringeren Menge an Schmutzwasser bei gleichbleibenden Kosten für den Unterhalt. Bei den Sparten Müll, Friedhof und Straßenreinigung sind Erhöhungen nicht zu erwarten. Hier rechnen die KBE mit einer konstanten Gebührenentwicklung.

(nk)
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