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Rees
Metallplatten am Kreisel sorgen für Ärger

Rees: Metallplatten am Kreisel sorgen für Ärger
FOTO: Michael Scholten
Rees. Die Metallplatten, die am Kreisverkehr an der B 67 / L 7 verlegt wurden, um diesen für Schwertransporter zu erweitern, stehen in der Kritik. Ulrich Sailer, Geschäftsführer des Autohauses Trockle, hat sich dort bereits eine Felge beschädigt. Von Michael Scholten

Kaum etwas schmerzt Autobesitzer so sehr wie der erste Kratzer oder die erste Macke an einem Neuwagen. Umso größer war der Ärger bei Ulrich Sailer, Geschäftsführer des Autohauses Trockle in Emmerich, als er am 6. Juni bei der Probefahrt mit einem fabrikneuen Kundenfahrzeug die vordere rechte Felge beschädigte.

Gegen 10 Uhr am Vormittag fuhr er, aus Rees kommend, in den Kreisverkehr der B 67/L 7 Richtung Emmerich und touchierte dabei die Spitze eine Metallplatte, die zur Erweiterung des Kreisverkehrs verlegt wurde. "Ich hörte ein Geräusch und spürte einen Widerstand beim Lenken", sagt Ulrich Sailer. Dann fuhr er zum Kreisverkehr zurück, um Fotos von der Metallplatte zu machen, deren Kante über dem Asphalt schwebte.

In einem Brief an Bürgermeister Christoph Gerwers kritisierte Ulrich Sailer am 21. Juni die "außerordentlich fahrlässige Verlegung dieser Platte" und wies auf "ein folgenschweres Gefährdungspotenzial für Rad- und Motorradfahrer" hin, "welches für letztere auch zu tödlichen Unfällen führen kann". Mit seinen Fotos untermauerte er die Forderung, den "Gefahrenbereich mit sofortiger Wirkung zu entschärfen". Zugleich stellte Sailer der Stadt Rees die Behebung des Schadens in Rechnung: "1 Stk. Felge Alu 17" inkl. Montage 308,00 EUR netto."

Die Metallplatten sind zur Erweiterung des Kreisverkehrs im Kreuzungsknoten der Bundesstraße B 67 und der Landesstraße L 7 verlegt worden. Dies ging auf Initiative des Landwirts Ewald te Boekhorst zurück. Das kleine Foto zeigt, wie hoch die Metallplatten teilweise emporragen. FOTO: Ulrich Sailer

Frank Postulart, Leiter der Abteilung Bauverwaltung und Öffentliche Ordnung, antwortete im Namen der Stadt Rees: "Der von Ihnen angesprochene Kreisverkehr befindet sich im Kreuzungsknoten der Bundesstraße B 67 und der Landesstraße L 7. Verkehrssicherungspflichtig für Bundes- sowie für Landesstraßen ist der Landesbetrieb Straßen NRW."

Jörg Manten von der Straßenmeisterei Kleve verwies Ulrich Sailer wiederum an einen Privatmann: "Die Stahlplatten wurden von einer Firma wegen Schwertransportfahrten verlegt. Die Firma ist dafür verantwortlich, ich habe Ihre Forderung weitergeleitet und gebeten, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen."

Tatsächlich wurde die Erweiterung des Reeser Kreisverkehrs nicht von der Behörde Straßen NRW veranlasst, sondern nur genehmigt. Die Rheinische Post berichtete bereits am 20. November 2013 über die bundesweit einzigartige Aktion des Landwirts Ewald te Boekhorst aus Kalkar-Appeldorn. Weil der von ihm bestellte Transport von Windkraftanlagen aus Rostock bis zum Niederrhein daran zu scheitern drohte, dass der Reeser Kreisverkehr einen zu geringen Radius für die Sattelschlepper der Schwertransporte aufwies, ließ der Landwirt ihn auf eigene Rechnung erweitern.

Nach Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern musste der tiefe Straßengraben aufgefüllt werden, außerdem wurden Rohre verlegt, damit das Wasser abfließen kann. Wegen der hohen Kosten beantragte te Broekhorst erfolgreich, die Erweiterung fünf Jahre lang bestehen lassen zu dürfen, damit weitere Windkraft-Schwertransporter das Provisorium nutzen können und eine Art "Maut" dafür bezahlen.

"Herr te Boekhorst hat mich inzwischen angerufen", sagt Ulrich Sailer. "Er betonte aber, dass er maximal 150 Euro für den entstandenen Schaden bezahlen will." Der Geschädigte fordert allerdings, dass die 380 Euro "bürokratielos und zeitnah" in voller Höhe erstattet werden. Zudem kritisiert Ulrich Sailer, der in Bienen-Androp wohnt, dass sich an dem "Gefahrenbereich" im Kreisverkehr auch nach seiner Beschwerde vom 21. Juni an Bürgermeister Gerwers nichts geändert habe.

Zwar wurde eine Warnbake leicht verschoben, doch die betreffende Metallplatte schwebt an einer Ecke weiterhin über dem Asphalt. "Wenn Straßen NRW dieses Provisorium für einen Zeitraum von fünf Jahren genehmigt hat, kann ich nicht nachvollziehen, dass die Arbeiten nicht professioneller und sicherer ausgeführt wurden", sagt Ulrich Sailer.

Quelle: RP
 
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