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Emmerich
Mit MS den Weg zur Gottesmutter finden

Emmerich: Mit MS den Weg zur Gottesmutter finden
Sie gehören zum Vorbereitungsteam: Dr. Elke Kleuren-Schryvers, Schwester Marlies Mauer, Pastor Rolf Lohmann und Evelyn Schäfer (v.l.). FOTO: Seybert
Emmerich. Die Wallfahrt sieht es als Herausforderung, auch Kranken den Weg nach Kevelaer zu ermöglichen. Dazu gibt es das Projekt Spiritual Care. Am Freitag wird eine ganz besondere Veranstaltung organisiert. Von Sebastian Latzel

Die demografische Entwicklung macht auch vor der Wallfahrt nicht halt. Wenn Menschen immer älter werden, werden damit auch die Pilger älter. Gleichzeitig ist es ausdrücklicher Wunsch der Wallfahrtsleitung, auch alten und kranken Menschen zu ermöglichen, weiter nach Kevelaer zu kommen. Dazu hat sich, wie berichtet, das Projekt Spiritual Care gebildet. Ein Netzwerk verschiedener Institutionen, das daran arbeitet, beim Thema "Pilgern" medizinisches und seelisches Heil gleichzeitig in den Blick zu nehmen.

Jetzt gibt es als quasi ersten großen Schritt für das Projekt eine Wallfahrt für Multiple-Sklerose (MS) Patienten am Freitag, 2. Oktober. Auftakt wird um 14.45 Uhr ein ganz besonderer Kreuzweg sein, den Evelyn Schäfer gestaltet hat. Die ehrenamtliche Mitarbeiterin der Pfarr-Caritas ist selbst Betroffene, an MS erkrankt und hat bei den Texten ihre ganz persönliche Sicht einbezogen. Ziel sei, zu zeigen, dass es ein Heil gebe, aus jeder schwierigen Situation einen Weg zu finden. Als konkretes Beispiel nennt sie die achte Station des Kreuzwegs, an der Veronika Jesus das Schweißtuch reicht. "Das zeigt für mich, dass Menschen einen Blick dafür haben müssen, wann andere Hilfe brauchen", sagt sie. Wie so etwas konkret aussehen kann, hat Schwester Marlies Mauer selbst erfahren. Sie hat vor ihrer Zeit als Krankenhausseelsorgerin in Geldern und Kevelaer als Clemensschwester den Aufbau der MS-Fachabteilung des Augusta-Hospitals in Anholt begleitet. "In Anholt habe ich dann erlebt, wie die Pfarrgemeinde Anteil genommen hat." Patienten wurden besucht oder Spaziergänge mit ihnen unternommen. Wichtig sei, zu spüren, dass jemand da ist, der die Hand reicht.

Eben das soll auch bei der speziellen Wallfahrt deutlich werden. "Diese Menschen können nicht gesund werden, aber heil", sagt Schwester Marlies.

Bei der ganz besonderen Wallfahrt wird auch auf die ganz besonderen Ansprüche der Pilger Rücksicht genommen. Auch dafür ist es hilfreich, eine Betroffene mit im Vorbereitungsteam zu haben. So sollen genug Pausen eingeplant werden, damit sich die Pilger erholen können. Die Kranken werden in Empfang genommen, bei der Wallfahrt betreut. Dabei helfen zahlreiche Ehrenamtliche mit.

Die Wallfahrt für MS-Kranke ist aus Sicht von Wallfahrtsrektor Rolf Lohmann nur ein erster Schritt. "Es ist daran gedacht, dieses Thema auszubauen", sagt der Geistliche. So könnte es später beispielsweise auch eine Wallfahrt für Krebs-Kranke gebe. "Das soll langsam aufgebaut werden."

Zur Wallfahrt der MS-Kranke wird es auch die erste Tagesakademie zu Spiritual Care im Priesterhaus geben. Vorträge von Experten sollen das Thema "Spiritual Care" noch vertiefen. Auftakt ist ein Referat von Prof. Eckhard Frick zu "Heilwerden - wie soll das gehen angesichts einer chronischen / unheilbaren Erkrankung?" in der Basilikastunde am kommenden Freitag, 2. Oktober, um 20 Uhr. Fortgesetzt wird die Akademie am 3. Oktober ab 9.30 Uhr im Priesterhaus. Experten der Fachrichtung Spiritual Care werden sprechen. Zu Gast sind Prof. Dr. Arndt Büssing und Prof. Dr. Traugott Roser. Rolf Lohmann und Dr. Elke Kleuren-Schryvers als Initiatoren von Spiritual Care in Kevelaer geben Einblick in das Projekt.

Quelle: RP
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