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Emmerich
Motorsägen sorgen für freie Sicht vom Eltenberg

Emmerich. Mit dem Freischneiden der Sichtachsen hat gestern der erste Teil des Masterplans für Hochelten begonnen. Von Markus Balser

Kurzen Prozess machten gestern Morgen die Mitarbeiter des Hamminkelner Unternehmens Knipping mit Gestrüpp und Bäumen am Eltenberg. Gerade mal zwei Stunden brauchte das mit Motorsägen ausgerüstete Zwei-Mann-Team, um die erste Schneise in den Bewuchs vor der St.-Vitus-Kirche zu schlagen, die nun den Blick auf Emmerich freigibt. Drei weitere kommen noch dazu. Alle zusammen sind Bestandteil des Masterplans für Hochelten, der dazu beitragen soll, die Attraktivität dieses Teils Eltens zu erhöhen.

Die Sichtachsen, die derzeit wieder entstehen, orientieren sich an Vorbildern, die durch historische Quellen belegt sind. Sie stammen aus den Zeiten, als die St.-Vitus-Kirche mit anderen Gebäuden auf dem Berg eine große Anlage bildete. Die einzige heute noch weitestgehend erlebbare Achse bildet die Verlängerung der Blickbeziehung vom Stuhl der Fürstäbtissinnen durch das Steinerne Tor bis auf den Sternberg in Kleve (Skulpturenachse). Die weiteren Sichtachsen sollen den Blick ins Rheintal und zum Papenberg in Kleve eröffnen. Auch der Hang an der Terrasse des Waldhotels wird freigestellt, um hier mit einem so genannten Landschaftsfenster einen Blick in die Rheinebene herzustellen.

Geplant wurde das Projekt durch einen Klever Landschaftsarchitekten, der die Umsetzung auch begleitet. Konkret werden die Bäume gefällt, die aufgrund ihrer Höhe den Blick entlang der etwa 20 Meter breiten Sichtachsen verstellen. "Ursprünglich waren einmal 40 Meter geplant, aber das hat sich als nicht notwendig erwiesen", erklärt Jens Bartel, vom zuständigen Fachbereich der Stadtverwaltung.

Niedrig wachsende Bäume und Sträucher, die nicht im Blickfeld stehen, bleiben erhalten und werden zusätzlich in ihrem Wachstum gefördert. Diese Maßnahmen werden in den kommenden fünf Jahren wiederholt, bis im Bereich der Sichtachsen nur noch Bäume und Sträucher wachsen, die nicht die Sicht versperren. Die gefällten Bäume bleiben am Hang liegen. Sie werden lediglich zerkleinert.

"Zum einen wäre es zu teuer, die Bäume den Hang hochzuziehen. Zum anderen würden durch das dann benötigte schwere Gerät auch Furchen entstehen, die die Stabilität des Hanges beeinträchtigen könnten", so Bartel. Gut 30.000 Euro werden dafür investiert. Weil die Maßnahme auch Bestandteil eines grenzüberschreitenden Interreg-Projektes, mit der Gemeente Montferland ist, gibt es Fördermittel der EU.

Die Sichtachsen sind nur der erste Schritt des vor rund drei Jahren auf den Weg gebrachten Masterplans für Hochelten. In diesem Jahr sollen zumindest schon einmal weitere Planungsschritte folgen, um die "Willkommenssituation" auf dem Eltenberg rund um St. Vitus zu verbessern, so der Erste Beigeordnete der Stadt, Dr. Stefan Wachs. Im Gespräch sind unter anderem eine Touristeninformation und eine öffentliche Toilette. "Ende des Jahres wird feststehen, wie es weitergeht", so Dr. Wachs.

Quelle: RP
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