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Kommentar
Nächster Halt: Elten - aber erst in zwei Jahren

Emmerich. Eltener könnten schon jetzt von einer Zuganbindung profitieren, wenn vor fünf Jahren - als klar war, dass die Strecke in die Niederlande erweitert wird - Nägel mit Köpfen gemacht worden wären.

Eigentlich ist es ja eine gute Nachricht: Elten wird nach 54 Jahren ohne Bahnanschluss im Frühjahr 2019 wieder einen eigenen Haltepunkt bekommen. Zunächst nur einen provisorischen. Der endgültige soll erst dann gebaut werden, wenn fest steht, wie die Betuwe-Linie entlang des Silberdorfes tatsächlich verlaufen wird und das dritte Gleis gebaut wird. Voraussichtlich im Jahr 2023 wird das dann soweit sein.

Der Wermutstropfen an der Sache ist der Zeitpunkt. Sinnvoll für die Eltener und doch eigentlich auch im Interesse der Verkehrsunternehmen wäre es gewesen, den provisorischen Haltepunkt zeitgleich mit der Erweiterung der Strecke nach Zevenaar und Arnheim in Betrieb zu nehmen. Das wäre dann also schon Anfang dieses Monats gewesen. Dass es nicht dazu gekommen ist und die Züge jetzt an Elten vorbeirauschen, wurmt nicht nur Emmerichs Bürgermeister. Denn es ist ja nicht so, dass erst seit gestern bekannt wäre, dass die Strecke für den Personennahverkehr in Richtung Niederlande freigegeben wird. Das steht schon seit fünf Jahren fest. Und bereits im Vorfeld dieser Entscheidung war seitens der Emmericher Stadtverwaltung - damals noch unter Bürgermeister Johannes Diks - das Jahr 2017 für den Stopp in Elten ins Spiel gebracht worden.

Bei den weiteren Planungen von Bahn und Verkehrsbetrieben ist das offenbar in Vergessenheit geraten oder wurde erst gar nicht berücksichtigt.

Ärgerlich für die Eltener, denn die Vorteile einer stündlichen Bahnanbindung (in beide Richtungen) liegen gerade für den grenznahen Ort, in dem viele Niederländer wohnen auf der Hand. Allein für viele Kinder und Jugendliche, die weiterführende Schulen besuchen, wäre die Zugverbindung ein Segen.

Im Übrigen: Dass es bei dem genannten Zeitrahmen bleibt, ist noch längst nicht ausgemacht. Sollte es aus irgendeinem Grund Verzögerungen bei Planung oder Bau des Haltepunktes geben, können unter Umständen noch weitere sechs Monate Wartezeit hinzukommen. Denn der neue Haltepunkt kann immer erst mit dem Wechsel des Fahrplans ins Streckennetz mit aufgenommen werden.

Und auch was den endgültigen Haltepunkt anbelangt, gibt es noch eine Unbekannte in der Gleichung der Bahn. Sollten die "Bergretter", die sich weiterhin für eine verträglichere Variante der Streckenführung einsetzen, den Klageweg beschreiten, würde es voraussichtlich noch länger als bis zum Jahr 2023 dauern, bis der eigentliche Haltepunkt Elten gebaut werden könnte.

Quelle: RP
 
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