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Emmerich
Neue Herberge für Flüchtlingskinder

Emmerich: Neue Herberge für Flüchtlingskinder
FOTO: Thorsten Lindekamp
Emmerich. Die Stadt hat das frühere Pastorat Heilig-Geist an der Hansastraße gekauft. Die Waisenhaus-Stiftung ist Mieter, das Kinderheim Elisabeth betreut ab März zehn Jugendliche.

Noch sind die Handwerker zu Gange, bessern Böden aus und erledigen kleinere Arbeiten. "Das Haus ist in einem guten Zustand", weiß Norbert Pastoors, Mitglied der Geschäftsführung des Kinderheimes St. Elisabeth. Die Stiftung betreut im früheren Pastorats-Gebäude Heilig Geist, das die Stadt gekauft hat, ab Mitte März zehn Flüchtlingskinder, sprich minderjährige unbegleitete Flüchtlinge.

Bislang wohnen die 15- bis 17-jährigen Jungen aus Syrien, Irak und Afghanistan, aber auch aus Afrika, vorübergehend auf dem Reiterhof Lensing-Hebben in Hüthum. Die oft traumatisierten Jugendlichen sind seit September in Emmerich.

Der Vertrag zwischen dem Besitzer des Hauses, der in der Schweiz lebt, und der Stadt sei flott zustande gekommen, sagt Pastoors. Das zweigeschossige Gebäude aus den 70er Jahren gegenüber der Leegmeerschule diente jahrelang als Pfarrbüro, auch als Wohnung des damaligen Pastoralreferenten Michael Beermann, und wurde im Besitz des anschließenden Eigentümers als Mehrgenerationenhaus genutzt. In den vergangenen zwei Jahren stand es leer. Mitte März sollen die zehn Jugendlichen in das für die neue Nutzung hergerichtete Haus einziehen. "Der bisher als Übergangslösung genutzte Reiterhof wird dann für diese Zwecke nicht mehr benötigt", so Pastoors.

Zurzeit, ergänzt er, sei das städtische Jugendamt für 20 junge Menschen zuständig, die entweder alleine nach Deutschland gekommen sind oder auf der Flucht ihre Eltern verloren haben. "Manche haben auch keine mehr", sagt Pastoors über das Schicksal der Betroffenen. Die haben erst einmal den Status von Asylsuchenden und können bis zur Volljährigkeit gar nicht abgeschoben werden. "Es kommt auch vor, dass die Eltern durch die Ausländerbehörden gefunden werden, weil viele Flüchtlinge per Smartphone miteinander in Verbindung stehen", erklärt er weiter. Es sei auch schon vorgekommen, dass Jugendliche wieder nach Hause wollten, wie etwa bei einem Albaner. Der Junge hätte sich das hier alles ganz anders vorgestellt und sei durch die dafür zuständigen Stellen wieder zurück zu seinen Eltern gebracht worden.

Für die Arbeit mit den jungen Menschen, allesamt noch Schüler, werden die schon seit Jahren eng kooperierende St.-Anna-Stiftung in Goch, deren Geschäftsführer ebenfalls Pastoors ist, und die Elisabeth-Stiftung fünf neue Mitarbeiter einstellen, die die Betreuung übernehmen. Einer davon sei immer im Haus, auch nachts.

Für die 20 minderjährigen Flüchtlinge, die alleine hier sind und für die die städtische Jugendhilfe zuständig ist, reiche der Platz jetzt mit dem neuen Haus. Wie das in der Zukunft aussieht, könne man schlecht voraussagen. "Da müssen wir dann schauen", sagt Pastoors.

Der Mietvertrag zwischen Waisenhaus-Stiftung und Stadt geht über drei Jahre - mit Option auf Verlängerung.

(rey)
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