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Emmerich
Neue Radiologie: Projekt mit Vorbildcharakter

Emmerich. Millionen-Investition im Willibrord-Spital: Modernste Technik, aber nicht für alle ambulanten Patienten.

Es ist ein Projekt, das den Krankenhaus-Geschäftsführer sichtlich stolz macht. "Wir liegen hier in der Region ganz weit vorne", sagt Dr. Johannes Hütte, wenn er über die neue Radiologie im Emmericher Willibrord-Spital spricht. Damit meint er nicht nur die modernste Technik, für die - neben den Umbaumaßnahmen für gut eine Million Euro - zwei Millionen investiert wurden, sondern auch das für viele Krankenhäuser noch neuartige Konstrukt.

Wie berichtet, hat das Willibrord-Spital mit der Firma "medneo" eine Kooperation über zehn Jahre abgeschlossen. Das Berliner Unternehmen ist für die immer aufwendiger werdende technische Seite der Abteilung zuständig, das Krankenhaus für die medizinische. "So können wir uns wieder mehr auf unsere Kernkompetenz ,Medizin und Pflege' konzentrieren", sagt Dr. Hütte.

Auch Chefärztin Dr. Angelika Mosch-Messerich ist von dem Projekt mehr als angetan. "Die moderne Technik und die Umstellung der Prozesse ermöglicht uns jetzt wesentlich mehr Untersuchungen in kürzerer Zeit als das bislang denkbar gewesen wäre." Sie prognostiziert: "Es wird sicher noch viele Krankenhäuser geben, die unserem Beispiel folgen werden."

Durch die filmlose Bilddiagnostik und eine neue Software ist es rein technisch jetzt möglich, innerhalb von Sekunden Befunde an behandelnde Ärzte weiterzuleiten. Sogar an Mediziner außerhalb des Krankenhauses. Doch die moderne Technik steht nicht jedem Patienten zur Verfügung, auch wenn das das Willibrord-Spital gerne anbieten würde. "Da sind uns leider vom Gesetzgeber die Hände gebunden", erklärt Holger Hagemann, stellvertretender Geschäftsführer des Krankenhauses. Denn es fehlt die Zulassung als Kassensitz. So könnten nur stationäre Patienten, Privatversicherte und Mitglieder der AOK, mit der es eine Sondervereinbarung gibt, in den Genuss der neuen Radiologie kommen. Alle anderen ambulanten Patienten müssen sich bei niedergelassenen radiologischen Ärzten untersuchen lassen.

Und gerade das scheint nicht besonders einfach zu sein. Wie aus einer aktuellen Studie der DAK-Gesundheit hervorgeht, hätten Patienten in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr am meisten Probleme mit zeitnahen Terminen beim Radiologen gehabt.

(bal)
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