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Emmerich
Neue Struktur für Wirbelsäulenchirurgie

Emmerich: Neue Struktur für Wirbelsäulenchirurgie
Der stellvertretende Krankenhausgeschäftsführer Holger Hagemann mit "pro Homine"-Chef Dieter Morlock und Ärztlichem Direktor Jochen Heger. FOTO: Markus van Offern
Emmerich. Die Krankenhausgesellschaft "pro homine" will den A-Flügel des Willibrord-Spitals baulich sanieren und gleichzeitig die Bettenbelegung effizienter machen. Wirbelsäulenpatienten sollen ab Mitte Juli auf modernere Stationen verteilt werden. Von Markus Balser

In vielen Krankenhäusern ist es schon längst Standard: Feste Zuordnungen von Patienten zu bestimmten Abteilungen gibt es nicht mehr. Auch im Willibrord-Spital ist es bereits gang und gäbe, dass etwa Bauchpatienten sowohl in der Inneren als auch in der Chirurgischen Abteilung untergebracht sein können. Hintergrund ist, dass die Krankenhäuser effizienter bei der Bettenbelegung arbeiten wollen und müssen. Dadurch können die Patienten aber auch interdisziplinär versorgt werden. "Es ist sinnvoller, Patienten gemeinsam zu behandeln", sagt dazu der Ärztliche Direktor Dr. Jochen Heger.

Die letzte Abteilung des Emmericher Spitals, die jetzt auf diese Vorgehensweise umgestellt wird, ist die Wirbelsäulenchirurgie. Unter der Leitung von Chefarzt Dr. Martin Theis werden hier pro Jahr über 2500 Patienten mit rund 1500 operativen Eingriffen behandelt. Ab Mitte Juli sollen sie nicht mehr auf der Station 2 A untergebracht werden, sondern in der Orthopädischen Abteilung, beziehungsweise in der Unfallchirurgie im B-Flügel.

Die Krankenhausgesellschaft "pro homine" will sich dann auch baulich des leergezogenen Station 2 A annehmen. "Sie gehört zu den ältesten des Krankenhauses. Eine angemessene Unterbringung der Patienten ist dort nicht mehr möglich. Deshalb wollen wir hier kräftig modernisieren", sagt "pro homine"-Geschäftsführer Dr. Dieter Morlock, der von Investitionen zwischen 2,5 und drei Millionen Euro ausgeht.

Am Rande eines Pressegesprächs trat Morlock gestern auch Gerüchten entgegen, die Krankenhausgesellschaft wolle die Wirbelsäulenchirurgie oder gar das gesamte Spital schließen. "Das Gegenteil ist der Fall. Die Wirbelsäulenchirurgie ist eine profitable Abteilung, mit der wir Gewinne machen. Sie soll weiter ausgebaut werden."

Vielmehr sei die jetzt vorzunehmende Umstrukturierung eine Reaktion auf die Tatsache, dass das Krankenhaus immer mehr Patienten aufnehme, die jedoch immer kürzer im Spital blieben. Dadurch müsse flexibler mit den Bettenbelegungen umgegangen werden, um langfristig wirtschaftlich bleiben zu können. Aber auch die Patienten würden profitieren. "Sie bekommen mehr Komfort, Sicherheit in der Unterbringung und bei der Behandlung", so Morlock.

Insgesamt sei die Lage des Krankenhauses trotz schwieriger Rahmenbedingungen gut: "Die Klinik macht steigende Umsätze." Die Zahl der Patienten liege seit 2014 konstant bei rund 12.000, diese Zahl werde auch in diesem Jahr wieder erreicht.

Investiert wird auch an anderer Stelle: So soll demnächst unter anderem der Eingangsbereich des Krankenhauses moderner, freundlicher und offener gestaltet werden. Bereits im September wird zudem das Alterstraumatologische Zentrum (ATZ) eröffnet. Es verzahnt die Unfallchirurgie unter anderem durch ein umfassenderes Therapiekonzept stärker mit der Geriatrie (Altersmedizin) und soll dazu führen, dass Folge- und Begleiterkrankungen von Patienten gesenkt werden. Starten soll es zunächst mit sechs Betten. Das Fazit von Geschäftsführer Morlock: "Wir investieren, um das Krankenhaus dauerhaft zu sichern und sowohl die Patientenversorgung als auch die Arbeitsplätze in Emmerich langfristig zu sichern."

Quelle: RP
 
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