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Emmerich
Neuer Caritas-Chef will investieren

Emmerich: Neuer Caritas-Chef will investieren
Rainer Borsch (55) ist der neue Mann an der Spitze der Klever Caritas. Er hat sich in den vergangenen sechs Monaten seit seinem Amtsantritt eingearbeitet, nachdem er den Staffelstab von Joachim Schmidt übernommen hat. FOTO: Evers, Gottfried (eve)
Emmerich. Rainer Borsch will Geld für Emmerich und Rees in die Hand nehmen. Palliativ-Versorgung für beide Städte als Projekt. Außerdem sind ein neues Caritaszentrum für Emmerich und die Sanierung des Martinus-Stifts in Elten geplant. Von Matthias Grass

In Druckschrift steht Rainer Borsch auf dem mattierten Glasschildchen neben der Tür. Darunter: Vorstand. Das große Büro hinter der Tür ist aufgeräumt, ein gerahmter Druck von Wassily Kandinsky hängt an der Wand. Die tiefen Fenster des Büro-Erkers schauen auf die Hoffmannallee.

Rainer Borsch (55) ist der Mann an der Spitze der Klever Caritas, hat sich in den sechs Monaten seit seinem Amtsantritt eingearbeitet, nachdem er den Staffelstab von Joachim Schmidt übernommen hat.

Große Veränderungen soll es zunächst nicht geben, verkündete der 55-Jährige bei Übergabe, auch wenn sein Vorgänger Sozialpädagoge und er selber Diplom-Kaufmann sei. Borsch kommt aus Trier, lebt seit 1989 in Hüls bei Krefeld. Bevor er nach Kleve kam, leitete er die Verwaltung des Gelderner Krankenhauses, das von der CTT, damals der Caritas-Trägerschaft-Trier, geführt wird, die heute Cusanus Trägerschaft Trier heißt.

Er habe in Kleve ein gut bestelltes Haus übernommen und könne sich auf seine Fachbereichsleiter verlassen, die selbstständig arbeiten, sagt Borsch.

Die Caritas Kleve schreibe die berühmte schwarze Null, rechnet Borsch vor. 900 Mitarbeiter zählt der Dachverband mit seinen vielen sozialen Angeboten und Einrichtungen in den drei Fachbereichen "Soziale Hilfe und Existenzsicherung", "Pflege und Gesundheit" und "Jugend und Familie". Hinzu kommen die Tochtergesellschaften Palette Sozialservice in Kleve, Goch und Emmerich und die Caritas Altenhilfe St. Martinus in Elten und Bedburg-Hau. Damit ist die Caritas Kleve in Kleve, Goch, Emmerich, Rees, Kalkar, Bedburg-Hau, Kranenburg und Uedem vertreten.

23 Millionen Euro Umsatz hat die Caritas Kleve 2014 gemacht. Unterm Strich blieben 121 000 Euro als Jahresergebnis - ein leichtes Plus. "Wir wollen sehen, dass wir das auch weiter so halten", sagt er. Borsch weiß, dass bestimmte Angebote der Caritas strukturell subventioniert werden müssen.

Das lasse sich auch nicht ändern und werde letzten Endes auch vom Bistum bezuschusst - so wie die Erweiterung der Beratungsangebote "Soziale Beratung von Flüchtlingen".

Die Caritas in Kleve sieht der neue Mann also sehr gut aufgestellt, und das soll auch so bleiben. Als neues Projekt will Borsch in Zukunft die Palliativversorgung innerhalb des Palliativ-Netzwerkes Niederrhein für die Bereiche Emmerich und Rees in Angriff nehmen.

Unter Palliativversorgung versteht man die Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen. "Wir sprechen das natürlich mit dem Karl-Leisner-Klinikum in Kleve ab - wir wollen ja keine Überschneidung in den Zuständigkeiten", sagt Borsch.

Dass die Haushalte der Kommunen gerade durch den Sozial-Etat stark belastet sind, weiß auch der Caritas-Geschäftsführer.

Deshalb sei es richtig, möglichst früh präventiv Familien zu unterstützen, sagt er. Auch hier habe man die entsprechenden Angebote. So beginne man früh mit den Betreuungsangeboten für Familien. Das fange dann in den Familienzentren schon an, man biete Sprachkurse für Eltern.

"Für 2015/16 stehen weitere, auch bauliche Investitionen an", sagt Borsch. Die will die Caritas alleine oder mit Partnern stemmen. So sind an der Spyckstraße in Kleve zehn barrierefreie Wohnungen für Senioren in Bau. In Kleve und Goch arbeitet die Caritas als Kooperationspartner mit Leistungen aus dem Bereich Pflege und Gesundheit.

In Emmerich ist ein neues Caritas-Zentrum, voraussichtlich am Neumarkt, geplant. Ein neues Familienzentrum mit fünf Gruppen soll an der Küpperstraße in Kleve entstehen - als Neubau. Neu gebaut wird auch eine Wohngruppe für acht Bewohner in Goch-Asperden. Das St. Martinus-Stift Elten muss erweitert und sanieret werden.

Auf den 55-Jährigen Caritas-Geschäftsführer wartet also noch genug Arbeit.

Quelle: RP
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