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Rees
Neuer Lindenbaum soll die 1000-Jahr-Feier erleben

Rees. Vor 25 Jahren pflanzten Pastor Willy Keysers und Pfarrerin Elke Spörkel am Halderner Jugendheim einen Lindenbaum. Anlass war die 950-Jahr-Feier des Dorfes. Doch dieser Baum wurde irgendwann klammheimlich abgeholzt. Die neue Linde, die Spörkel und Diakon Bernhard Herbst jetzt aus Anlass der 975-Jahr-Feier auf dem Lindendorfplatz pflanzten, soll besser bewacht werden, damit sie auf jeden Fall die 1000-Jahrfeier erlebt. Vor einem reich geschmückten Pferdewagen, den die Bewohner der Bauerschaft Heeren gestellt hatten, feierten die kirchlichen Vertreter mit Ehrengästen und Bürgern das Erntedankfest.

Pfarrerin Spörkel erinnerte daran, dass die Keimzelle des Dorfes auf eine Kirche zurückgeht, die Irmgard von Aspel im Jahr 1040 bauen ließ. Zur Feierstunde läuteten die Glocken der evangelischen und katholischen Kirche. Die Kleinsten vom Josef-Kindergarten führten in farbenprächtigen Kostümen ein Schauspiel auf, das den Kreislauf von Säen, Wachsen und Ernten thematisierte. Der Männerchor Haldern, der Bundesschützen-Spielmannszug Haldern und das Tambourkorps Helderloh untermalten musikalisch das Erntedankfest, zu dem der Heimatverein um Bernhard Uebbing geladen hatte.

Am Mittag übernahm der Vorsitzende des Gewerbevereins, Klemens Cornelißen, das Mikrophon. Er freute sich, exakt an seinem Geburtstag die Gewerbeausstellung eröffnen zu können, an der sich 35 Gewerbetreibende und mehr als 20 Vereine beteiligten. Cornelißen lobte die ausgeprägte Dorfgemeinschaft und das breite Angebot der örtlichen Händler, Dienstleister und Gastronomen. "Stärken wir Haldern durch unsere Einkäufe", sagte er seinen Mitbürgern.

Auch die Reeser Rheinkönigin Caroline Jansen appellierte an die Zuhörer, Haldern als "schönes, lebenswertes und lebensfrohes" Dorf zu erhalten. "Es ist erstaunlich, was die Leute in so einem kleinen Dorf alles können", sagte Stefan Reichmann, Mitorganisator des Jubiläumswochenendes. So ermöglichten auch die vielen Stände, Zelte und Aktionsflächen einen gelungenen Streifzug durch die Angebote auf Halderner Boden. Die jüngsten Besucher kamen dank vieler Mitmachaktionen ebenfalls auf ihre Kosten. Sie konnten mit Marzipan modellieren oder der Freiwilligen Feuerwehr beim Löschen helfen. Der Judoclub, der Reitverein und andere Sportvereine warben mit Vorführungen um neue Mitglieder. Zuchtvereine und Landwirte waren mit mehreren Tierarten angereist: Vom dreifarbigen Dalmatiner Rex der Kaninchenzüchter über das Waliser Schwarznasenschaft bis zu australischen Finkenarten war alles vertreten.

Die Presbyter der evangelischen Kirche sorgten mit Biedermeier-Kostümen von 1783 für beliebte Fotomotive. Heinz Kortheuer gab den Dorfpolizisten mit Pickelhaube, Anke Graaf, Bärbel Schmidt und Birgit Fischer waren als feine Damen unterwegs. Den ganzen Tag servierten Gastronomen zum vierten "Halderse Stengelte-Fest" Stielmus und andere niederrheinische Spezialitäten. Die gab es auch schon am Samstagabend in der Haldern Pop Bar, im Hotel Lindenhof Schweer und im Gasthof Tepferdt. Nahtlos ging es in die Halderner Kneipennacht über, bei der das Festival-Dorf seinem Ruf als musikalisches Zentrum einmal mehr gerecht wurde.

(ms)
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