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Rees
Neuer Riesenbohrer zum Jubiläum

Rees. Eigentlich schaut Ulrich Biermann ja lieber nach vorne. Sucht nach neuen Nischen, in denen er sein Unternehmen positionieren kann. Daher hat er sich gerade ein Brunnenbohrgerät liefern lassen. Eine Sonderanfertigung für einen sechsstelligen Betrag. Tiefer als 100 Meter soll sich der Bohrer in den Boden schrauben, den er bei der Gewerbemesse am Sonntag präsentieren wird. Investitionen in die Zukunft, mit der sich Biermann ja eigentlich viel lieber beschäftigt, doch momentan macht er gerne eine Ausnahme von diesem Grundsatz. Das Unternehmen feiert 80-jähriges Bestehen, und das ist für Biermann ein Anlass, auch die Geschichte des Unternehmens Revue passieren zu lassen. Vor allem seine Eltern Bernhard („Benno“) und Ferdinande Biermann haben noch zahlreiche Anekdoten aus der Vergangenheit in Erinnerung. Von Sebastian Latzel

Dass Firmengründer Bernard Brandt beispielsweise mehr durch Zufall in Rees gelandet war und hier bei einem Klempner arbeitete, der den Wandergesell gerne mit einer seiner beiden Töchter verbandelt hätte. Doch Bernard Brandt verliebte sich in Ottilie Pastoors, heiratete sie und blieb in Rees. In der Wasserstraße baute Brandt den Betrieb auf und legte den Grundstein für die Firmentradition.

Fotos aus der Geschichte sind allerdings eine Rarität, stattdessen existiert ein Gemälde von Willi Angenendt, das die Wasserstraße zeigt. Auf diesem Ölgemälde ist ein Teil des Firmeschriftzuges Brandt zu erkennen, außerdem sind dort zwei Monteure der Firma zu sehen.

Im Krieg brannten auch die Brandt’schen Häuser ab. Da der Wiederaufbau an der gleichen Stelle untersagt wurde, kauften die Brandts eine Hausruine am Kirchplatz 16 und bauten dort den Betrieb wieder auf, der in den 60er Jahren den Namen wechselte, weil Gerhard Biermann die Firma übernahm. Eine Anzeige hatte den frisch gebackenen Gas- und Wasserinstallationsmeister von Ostwestfalen an den Rhein gelockt. Bernd Brandt ging 1962 in den Ruhestand. Doch der Betrieb blieb quasi in Familienbesitz, weil Gerhard Biermann sich in die Tochter des Firmengründers verliebte und Ferdinande Brandt heiratete.

1978 erfolgte dann die Umsiedlung an den heutigen Firmensitz am Grüttweg, wo inzwischen Ulrich Biermann in der dritten Generation das Unternehmen führt. Er betont, dass der Betrieb immer zweigleisig gefahren sei in den Bereichen Sanitär-Heizung und Brunnenbau. Eine Verbindung, die für Biermann ideal ist, um einen Schwerpunkt auf die Erwärme zu legen. Inzwischen hat die Firma bereits mehr als 100 dieser Pumpen installiert und sich damit einen Namen gemacht.

Und da Biermann ja lieber in die Zukunft blickt, hat er bereits die nächsten Pläne im Kopf. Auf dem Firmenglände ist eine große Unterstellhalle geplant, in der auch das neue moderne Bohrgerät seinen Platz finden soll.

Quelle: RP
 
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