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Emmerich
Neues Feld für Urnenbestattungen

Emmerich: Neues Feld für Urnenbestattungen
Die beiden Wälle sind mit Urnengräbern fast voll belegt. FOTO: DIANA ROOS
Emmerich. Immer mehr Menschen bevorzugen eine Urnenbestattung. Die Stadt Emmerich reagiert auf den Trend mit einem weiteren Bereich auf dem alten Friedhof an der Hansastraße.

Die Projektarbeit ist quasi sein "Gesellenstück". Der Garten der Ruhe auf dem alten Teil des städtischen Friedhofs Hansastraße. Moritz Nissing (19), im dritten Lehrjahr, hat ihn angelegt, dabei unterstützt von Ausbilderin Uta von Balluseck und Sascha Huth.

Vermutlich Anfang 2016 werden die ersten Urnen dort beigesetzt. Denn der Trend zu Grabstätten, die am besten gar keinen Pflegeaufwand mit sich bringen, ist ungebrochen.

Uta von Balluseck mit Moritz Nissing (links) und Sascha Huth, die den "Garten der Ruhe" angelegt haben. FOTO: Diana Roos

"Vor fünf Jahren haben wir damit begonnen, auch diese neuen Grabformen anzubieten. Das wird angenommen. Besonders die pflegefreien Formen. Das ist das, was die Leute wollen", sagt Klaus Gruyters, Chef der Kommunalbetriebe (KBE).

Inzwischen dürfte das Verhältnis von Sarg- zu Urnenbestattung schon 30 zu 70 betragen. "Wir sind auf dem richtigen Weg", sagt Uta von Balluseck. Der Garten der Ruhe bildet einen weiteren Mosaikstein eines modernen, von ihr und ihren Mitarbeitern erstellten Friedhofskonzepts.

Der Garten der Ruhe war nötig geworden, weil die 2010 auf zwei länglichen Wällen geformte Grabgemeinschaftsanlage Urne nahezu voll belegt ist. Dort wurden in den vergangenen fünf Jahren rund 300 Menschen beigesetzt. Nur noch für 17 Urnen ist Platz.

Der Garten der Ruhe ist etwas anders konzipiert. Er ist kreisrund und strahlenförmig angelegt. Für Abwechslung sorgt ein kleines, bepflanztes Hochbeet für 54 Urnen. Alleine um die kreuzförmig verlegte Gehwegplatten können 13 Urnen bestattet werden. Insgesamt bietet der Garten der Ruhe Platz für 396 Urnen. Eine ganze Menge also. Aber wenn der Trend zu der 0-Pflege-Variante anhält, dürfte auch der Garten der Ruhe in drei, vier Jahren schon wieder belegt sein.

Moritz Nissing musste sich unter Anleitung nicht nur um die Planung und die Ausführung kümmern, sondern er musste auch immer die kalkulierten 20.000 bis 25.000 Euro Materialkosten für den neuen Unterbau, die Pflasterung und Neupflanzungen im Blick haben. Neben Gemeinschaftsanlagen gibt es die sehr beliebten, weil pflegearmen, nur einen Quadratmeter großen Urnenwahlgräber, bei denen die gesetzlich vorgeschriebene Ruhefrist von 25 Jahren verlängert werden kann. Außerdem das ebenfalls gut angenommene Rasenreihengrab.

Natürlich auch noch - zur Freude von Gärtnern und Steinmetzen - die klassische Doppelgruft und das Einzelgrab (für zwei bzw. einen Sarg und auf Wunsch noch vier bzw. zwei Urnen).

Auch das Aschestreufeld gehört als pflegefreie Alternative weiter zum Friedhofsrepertoire in Emmerich. Die Besucher nähmen es durchaus positiv auf, wenn diese unterschiedlichen Formen vermischt würden, sagt Uta von Balluseck. Etwa dann, wenn eine abgelaufene Gruft mit vier Urnenwahlgräbern nachbelegt wird: "So kann man Freiflächen wieder sinnvoll belegen."

(nk)
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