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Emmerich
Neues Heim für junge Flüchtlinge

Emmerich: Neues Heim für junge Flüchtlinge
Norbert Pastoors, Gaby Niemeck und Bürgermeister Peter Hinze (v.l.) sehen sich das Dachgeschoss an. FOTO: van Offern, Markus (mvo)
Emmerich. Ab Dienstag ziehen die ersten "UMAs", das sind unbegleitete minderjährige Ausländer, in das ehemalige Pfarrhaus an der Hansastraße ein. Von Monika Hartjes

Zehn Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren werden im alten Pfarrhaus untergebracht, sagte Norbert Pastoors, Geschäftsführer der Waisenhausstiftung, als er mit Bürgermeister Peter Hinze, Gaby Niemeck vom Jugendamt und Ralf Ziegler vom Fachbereich Immobilien das Wohnobjekt vorstellte.

443 Flüchtlinge sind zurzeit in Emmerich untergebracht, die meisten dezentral in insgesamt 52 Häusern und Wohnungen. Insgesamt gibt es bei uns zwischen 15 und 18 UMAs, für die die Jugendhilfe zuständig ist. "Die jungen Männer sind seit Oktober/November hier, als Übergangslösung haben wir sie auf dem Reiterhof Lensing-Hebben untergebracht", erzählte Pastoors. Eine wichtige Aufgabe sei es, Verwandte zu finden oder sich um einen Vormund zu kümmern.

Das ehemalige Pfarrhaus an der Hansastraße 21 wurde für Flüchtlinge hergerichtet. FOTO: Markus van Offern

In dem neuen Objekt wohnen zehn von ihnen. "Viele der jungen Menschen sind so selbstständig, dass wir sie auch gleich in eigene Wohnungen unterbringen können", sagte Gaby Niemeck. Die Stadt kaufte das ehemalige Pfarrhaus mit Büroräumen vom Vorbesitzer für 175.000 Euro. Der hatte es vor einigen Jahren von der katholischen Kirchengemeinde erworben und auch schon teilweise renoviert, so dass nicht mehr allzu viel zu tun war. Unter anderem wurden Trennwände gezogen, ein Betreuerraum als Bereitschaftszimmer, mit neu installierter Dusche und Toilette im Obergeschoss ausgebaut, Rauchmelder eingebaut. "Die Renovierungskosten liegen unter 30.000 Euro", so der Bürgermeister.

Insgesamt stehen 250 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Im ersten Stock liegen die Schlafzimmer, drei für je zwei Personen und vier Einzelzimmer, außerdem zwei Toiletten und Duschen. Unten im Eingangsbereich ist das Büro für die Mitarbeiter. Im Erdgeschoss gibt es auch den Gemeinschaftsraum, eine Küche und sanitäre Anlagen. Fünf Sozialpädagogen und eine hauswirtschaftliche Kraft, alle Angestellte der Waisenhausstiftung, betreuen die Jugendlichen.

"Sie sollen in den Tagesablauf und anfallende Arbeiten einbezogen werden, ähnlich wie in einer Wohnfamilie", erklärte Pastoors. Fast alle besuchen die Schule und lernen fleißig Deutsch. Kontakte zu Vereinen und Gruppen werden unterstützt. Die betreuenden Sozialpädagogen werden sich auch um die ausländerrechtlichen Fragen kümmern und mit ihren Schützlingen über die schulische und berufliche Zukunft sprechen. Im Vorfeld habe man mit den Nachbarn, den Lehrern der Leegmeerschule und dem Kindergartenpersonal gesprochen, um das Wohnprojekt vorzustellen.

Die Finanzierung laufe über einen Tagessatz, man rechne dann mit dem Landesjugendamt ab, erklärte Gaby Niemeck. Weil die Quote für Emmerich bei 23 liegt, sei mit noch mehr UMAs zu rechnen. Auch bei den Flüchtlingen, denkt Bürgermeister Hinze, wird sich die Zahl in den nächsten Wochen weiter erhöhen. "Wir liegen mit etwa 150 Personen unter unserer Quote, ab März will die Bezirksregierung Arnsberg uns fünf Monate lang jeweils 30 pro Monat zuweisen", so Hinze. Ob das wirklich so geschieht, wisse er aber nicht.

Quelle: RP
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