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Emmerich
New York, New York!

Emmerich: New York, New York!
Einer der berühmtesten Konzertsäle der Welt: die Carnegie Hall in New York. FOTO: Christiane Keller
Emmerich. Die Emmericher Sänger Ewald Hessbrüggen und Rudy Rougoor treten bald in der Carnegie Hall auf. Zusammen mit 450 weiteren Sängern. Am 15. Januar ist dort die Weltpremiere des Chorwerks "Sing! The Musik was Given" von Karl Jenkins. Von Monika Hartjes

Am 15. Januar findet die Weltpremiere der neuesten Komposition von Sir Karl Jenkins in der Carnegie Hall in New York statt - und zwei Emmericher sind dabei! Ewald Hessbrüggen und Rudy Rougoor freuen sich auf dieses Highlight in ihrer langjährigen Sängerlaufbahn. "Das ist etwas ganz Besonderes", sagt Hessbrüggen. Und dabei hat er schon große Chorreisen erlebt, in Wien, in Verona und sogar in Kanada gesungen. Seit September wird geprobt.

"Sing! The Music was Given" heißt das Werk - eine Komposition für ein großes Orchester, Mezzosopran und Chor. Rund 450 Sänger und Sängerinnen machen mit. Der aus Wales stammende Komponist Karl Jenkins ist eine bekannte Größe in der internationalen Musikwelt. Populär sind unter anderem seine Werke "The Peacemakers" und "The Armed Man - A Mass for Peace", das er zur Zeit des Kosovo-Krieges schuf und das im April 2000 in der Royal Albert Hall in London uraufgeführt wurde. Das Chorwerk wurde über 700 Mal in 20 verschiedenen Ländern aufgeführt. Die CD stand 173 Wochen lang in den englischen Charts, bekam 17 Mal Gold und Platin. Im März 2008 erschien sein Werk "Stabat Mater".

"Sing! The Music was Given" ist sein neuestes Werk. Als Inspiration dafür diente ein Gedicht des irischen Dichters, Sängers, Satirikers und politischen Propagandisten Thomas Moore (1779-1852). Weitere Texte wurden von Carol Barrat, Basho Matsuo und Walt Whitman kreiert und entstammen in Teilen der Bibel und dem traditionellen südafrikanischen Zulu. Das Werk umfasst acht Musikabschnitte.

Der ganz eigene Charakter von Jenkins Musik spricht ein breites Publikum in sämtlichen Altersgruppen an. Die Weltpremiere findet am 15. Januar in New York statt. Die Europa-Premiere seines Werks findet am 2. und 3. Februar jeweils in Nordhorn und Enschede statt - präsentiert vom Symphonieorchester Orkest van het Oosten und ergänzt durch einen für dieses Projekt formierten Chor von 170 Sängern unter der Leitung von Armanda ten Brink. Als Solistin tritt Eline Harbers auf. Die Emmericher sind bei allen drei Auftritten dabei.

Armanda ten Brink war es auch, die die Sänger auf das Chorprojekt aufmerksam machte. Sie ist die stellvertretende Chorleiterin und Pianistin vom Ettens Mannenkoor, in dem der 73-jährige Ewald Hessbrüggen seit über 30 Jahren singt. Der 50-jährige Rudy Rougoor trat dem bekannten niederländischen Männerchor im Jahr 2006 bei. Verschiedene Sänger nehmen an dem Projekt in Europa teil, zehn von ihnen, darunter die beiden Emmericher, sagten auch für die New York-Weltpremiere zu. Sie gehören einem 170-Stimmen-Chor an, der aus niederländischen und deutschen Sängern und Sängerinnen besteht.

Weil man zu den Proben ja nicht mal eben jede Woche nach NY reisen kann, übernahm Armanda ten Brink eine Hälfte der Sänger, die in der Region um Uelsen wohnen und probt dort. Die andere Hälfte probt mit Nick Moritz, erster Dirigent des Ettens Mannenkoor, in Terborg. Am 15. September wurde mit dem Projekt begonnen, alle ein bis zwei Wochen kommen die Sänger zusammen, zwischendurch gibt es Proben mit allen 170 Teilnehmern. "Auch wenn ich auf eine lange Chorerfahrung zurückblicken kann, so ist das Werk doch eine Herausforderung für uns", sagt Hessbrüggen, der alle zwei Tage seine "Hausaufgaben" macht. Dazu bekam er CDs, die er auf dem Computer abspielen kann, um gezielt seine Bass-Passagen zu üben.

Am 7. Januar ist die letzte gemeinsame Probe, am 11. geht der Flieger von Düsseldorf aus in Richtung Amerika. Da wird dann vor der großen Aufführung zum ersten Mal gemeinsam mit allen 450 Chorsängern und dem Orchester geprobt, aber es bleibt auch Zeit für eine Stadtrundfahrt und Sightseeing. Vorgeschrieben für den Auftritt sind ein schwarzer Anzug oder Smoking, weißes Hemd und schwarze Fliege, die Damen tragen ein langes schwarzes Kleid, das nicht zu weit ausgeschnitten sein darf. "Und sie wurden gebeten kein Parfüm aufzulegen, damit den Sängern von der Duftwolke nicht die Luft wegbleibt", schmunzelt Hessbrüggen. Einen Tag nach der Aufführung geht es zurück in die Heimat.

Danach wird "Sing! The Music was Given" in der Euregiohalle in Nordhorn und im Musikzentrum Enschede aufgeführt. Im Vorprogramm präsentieren die 170 Sänger und Sängerinnen unter anderem den Einzugsmarsch von "Aida" und das Halleluja von Händl. "Gemeinsam zu singen macht viel Freude. Durch die Musik habe ich schöne Reisen gemacht", sagt Hessbrüggen, der in verschiedenen Chören singt. Deshalb sein Appell: "Liebe junge Leute, geht in einen Chor, dann erlebt ihr viele tolle Sachen."

Quelle: RP
 
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