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Emmerich
Nicht in der Kirche, trotzdem Schütze?

Emmerich: Nicht in der Kirche, trotzdem Schütze?
Blick auf die Versammlung der St.-Georg-Schützenbruderschaft. 70 Mitglieder kamen. Der Dachverband der Bruderschaft sieht die Zugehörigkeit zu einer christlichen Gemeinschaft als Voraussetzung für eine Mitgliedschaft an. Die Hüthumer wollen das in ihrer neuen Satzung weglassen. FOTO: Markus van Offern
Emmerich. Hüthumer Bruderschaft will Mitgliedschaft nicht abhängig machen von Zugehörigkeit zu christlicher Gemeinschaft. Von Monika Harjtes

Eigentlich sollte die neue Satzung der St.-Georg-Schützenbruderschaft bereits in diesem Jahr herauskommen. Die alte ist aus dem Jahr 1977. Da bei der vorhergegangenen Jahreshauptversammlung beschlossen wurde, auch weibliche Mitglieder zum Königsschuss zuzulassen, musste sie geändert werden.

"In diesem Rahmen wollten wir sie dann auch aktualisieren und modernisieren, beispielsweise auch, was den Datenschutz angeht", erklärte Brudermeister Christoph Scheers auf der Jahreshauptversammlung am Samstag im Pfarrzentrum.

In der Satzung sollte weiterhin stehen, dass jede männliche oder weibliche Person, die sich mit den Zwecken der Bruderschaft - unter anderem der Überlieferung, Pflege und dem Leben der christlichen Werte - identifizieren kann, dem Verein beitreten darf - ohne der Kirche anzugehören.

"Der Bund der Historischen Schützenbruderschaften, dem wir angehören, sieht das anders. Er sagt, Mitglied kann nur werden, wer einer christlichen Gemeinschaft angehört", so Scheers. Auf der Bundesvertreterversammlung am Sonntag solle diese Auslegung zwar überdacht und eventuell ähnlich wie in der Hüthumer Satzung abgeändert werden.

"Aber wir werden jetzt unsere neue Satzung auf jeden Fall dem Amtsgericht vorlegen und später dann mit dem Bund noch einmal das Gespräch suchen. Die neue Satzung und damit auch eine neue stufenweise Beitragsordnung werden somit wohl erst zum 1. Januar 2017 in Kraft treten, sagte Scheers.

Die Mitgliederversammlung, die von über 70 Schützen - insgesamt gehören 395 dem Verein an - besucht wurde, verlief in ruhiger Atmosphäre mit musikalischer Untermalung durch den Hüthumer Musikverein und einer Verlosung. Rudi Venhoven verlas den Jahresbericht der Bruderschaft.

Die Jungschützen wählten in der letzten Woche Tim Koenen als neuen Jungschützenschießmeister. Scheers dankte Markus Holtkamp, der zwölf Jahre lang dieses Amt innehatte, für seine engagierte Arbeit. Kassierer Horst Hollenders konnte einen positiven Kassenbestand vermelden. "Durch die Vermarktung der Werbeflächen, der guten Nutzung unseres Schützenhauses und der vielen ehrenamtlichen Arbeit sieht es finanziell gut aus", sagte er.

Die turnusmäßigen Wahlen verliefen einstimmig: Heinz-Dieter Höpken wurde als erster stellvertretender Brudermeister, Rudi Venhoven als stellvertretender Geschäftsführer, Günter Langen als stellvertretender Schatzmeister und Frederik Hüsken als zweiter Beisitzer wiedergewählt.

Man stand vor einem Problem, als der Zeltverleiher angab, dass er zum Ende des Jahres sein Geschäft aufgibt. "Glücklicherweise haben wir eine niederländische Verleihfirma gefunden, die nur etwas teurer war", so Scheers.

Zurzeit überlege man im Vorstand verschiedene Szenarien bis hin zum Kauf eines eigenen Zeltes, damit man nicht irgendwann ohne Zelt dastehe. Eventuell soll auch der eigene Bestand an Bestuhlung aufgestockt werden.

Die Feuerwehr braucht das alte Spritzenhaus nicht mehr. Das könnten die Schützen als Lagerraum herrichten und so das historische Gebäude auch erhalten. Es gehört der Stadt, die es vermietet.

Dort liegen auch noch Bierzeltgarnituren der Feuerwehr, die eventuell übernommen werden können. "Das alles werden wir im Vorstand überlegen und euch dann die Ergebnisse mitteilen", sagte Brudermeister Scheers, der den Mitgliedern auch noch zwei Entwürfe für einen Foto-Zeltgiebelbanner zur Auswahl vorlegte.

Quelle: RP
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