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Emmerich
Niederung protestiert gegen Schließung

Emmerich. Nach 55 Jahren schließt die Sparkassen-Filiale in Rindern. Gestern protestierten 70 Bürger gegen das Vorhaben. Vorstand Rudi van Zoggel erklärte allerdings, dass die Entscheidung bereits gefallen sei. Von Peter Janssen

"Wenn's ums Geld geht ... Sparkasse" - zumindest für einige Bürger aus Rindern und den umliegenden Ortschaften gilt der Slogan nicht mehr. "Ich bin lange Kunde der Sparkasse gewesen", sagt Johanna Lenders (79). Dabei betont sie das Wort "gewesen". Sie wird ihre Konten bei der Kasse kündigen und zu einem Konkurrenten wechseln. Das Sparbuch des Kegelclubs hat sie bereits aufgelöst, ihre eigenen Einlagen werden mit wechseln. Lenders ist eine von 70 Bürgern, die vor der Sparkassen-Filiale in Rindern stehen und gegen die Schließung der Niederlassung protestieren. Seitdem das Unternehmen bekanntgegeben hat, den Betrieb vor Ort aufzugeben, hatte sich Widerstand gegen das Vorhaben formiert. Seit 1959 gibt es eine Sparkassen-Filiale in Rindern, Ende des Monats schließt der Schalter.

Hannelore Wingels hatte den Protest organisiert. Zunächst sammelte die 76-Jährige Unterschriften gegen das angekündigte Ende der Filiale. 360 Namen stehen mittlerweile auf der Liste. Gestern erreichte der Druck gegen das Vorhaben seinen Höhepunkt. Auf Schildern standen die Namen der sieben Orte aus der Niederung, die von der Schließung betroffen sind. Versehen mit Hinweisen, was man von der Entscheidung hält. Die Sparkassen-Kunden waren mit einem Hauch von Hoffnung vor die Filiale marschiert. Vergebens, wie sich recht schnell herausstellte. Denn Rudi van Zoggel, Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Kleve, machte direkt zu Beginn seiner Ausführungen deutlich, dass die Entscheidung gefallen sei und sich an der auch nichts mehr ändern werde.

Van Zoggel war zu der Mini-Kundgebung eingeladen worden und hatte gleich noch Vorstandskollege Wilfried Röth und seinen Sprecher Ludger Braam mitgebracht. Braam erklärte erneut, dass es sich nicht lohne, drei Mitarbeiter in der Filiale zu beschäftigen, die sich dann um die täglich etwa 20 Kunden schlagen müssten. Der Bedarf an Beratungen sei hier ohnehin sehr gering. Dies ist offenbar Ballast für die Bank. Die Kunden sollen ihre Bankgeschäfte online erledigen. Wenn man in die Gesichter der an Lebenserfahrung reichen Menschen schaut, können sie dem Vorschlag nur wenig abgewinnen.

Die meisten haben kein Internet. Sie klagen: An allen Ecken werden die Gebühren angehoben, wie etwa zuletzt bei den Kontoführungsgebühren. Mehr zahlen für weniger Leistungen, so die Meinung. Man werde das Gefühl nicht los, dass die Kasse Menschen ihrer Generation nicht mehr als Kunden wolle. Das Argument von Sprecher Braam, man könne sich an dem Automaten im ungefähr 1,5 Kilometer entfernten E-Center Brüggemeier mit Bargeld eindecken, ließen die Gegner der Schließung nicht gelten. Ob man dort denn auch Geld einzahlen könne, fragte eine Dame.

Quelle: RP
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