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Interview
"Ok, das ging natürlich in Richtung Sparkasse"

Interview: "Ok, das ging natürlich in Richtung Sparkasse"
Der Volksbank-Vorstand im Gespräch: Holger Zitter (links) und Ralf van Bruck. FOTO: Markus van Offern
Emmerich. Die Sparkasse schließt Filialen, die Volksbank Emmerich-Rees wirbt ungewöhnlich offen mit einem Wechselservice. Zeit für ein paar Fragen an den Voba-Vorstand zu aggressiver Reklame, zum Filialnetz und zu Fusionen.

Sie werben offen um Sparkassenkunden. Auf einem Bild haben Sie sogar eine zerbrochene EC-Karte der Sparkasse dafür genutzt. Wie sind die Reaktionen?

Ralf van Bruck Wir werben um neue Kunden, nicht mit Blick auf die Sparkasse speziell. Wir machen aber deutlich, dass wir nicht vergessen, wie wichtig die Versorgung der Bevölkerung mit Geld und Service ist.

Und die EC-Karte?

Holger Zitter Ok, das ging natürlich in Richtung Sparkasse. Manche fanden das zu hart. Aber wir sind damit erfolgreich.

Van Bruck Wir machen hier eine besondere Werbung, ganz klar. Aber es geht auch um eine besondere Sache. Es geht darum, dass wir unser Geschäftsmodell erhalten wollen. Und das heißt, dass wir als ortsansässiges Geldinstitut auch vor Ort vertreten sein wollen. Das geht, wenn wir wissen, dass die Kunden das auch wollen. Dann trägt sich die Geschäftsidee.

Zitter Die Filialen kosten Geld. Wir erhalten sie, indem wir die Arbeitsabläufe immer wieder neu überarbeiten und an der Kostenseite arbeiten. Wir wollen den Service vor Ort. Denken Sie nur an die Leute, die bei einer Filiale der Sparkasse ein Schließfach haben. Was machen die nach dem 31. Dezember?

van bruck Ja, das zeigt, dass unsere Werbung auch eine Art Test für unser Geschäftsmodell ist: Wer unzufrieden ist und Filialen vor Ort haben möchte, muss jetzt eigentlich zu uns wechseln. Das wäre der eigentlich konsequente Schritt nach den vielen Protesten. Sonst gerät man ja ins Nachdenken.

Heißt das, dass es vielleicht doch mal Filialschließungen bei der Volksbank geben wird?

Zitter Wir wollen die Filialen erhalten. Die Frequenz in den Filialen lässt nach, das ist die Entwicklung. Personalaufwand und Kundenmenge muss stimmen. Aber wir wollen vor Ort sein.

van Bruck Und wir sind es. Wir haben ja sogar neue Filialen gebaut. Millingen schließen oder Elten - das gibt es bei uns nicht. Wir sind vor Ort in intakten Dörfern und Stadtteilen. Wir gehören dazu.

Die Sparkasse zieht sich nach der Fusion zurück. Ist eine Fusion eigentlich auch ein Thema bei der Volksbank Emmerich-Rees?

van bruck Eine Fusion soll die Rentabilität erhöhen oder eine bessere Qualität ermöglichen. Sie ist ja kein Selbstzweck. Aus diesen Gründen ist unsere Aussage ganz klar: Eine Fusion ist bei uns nicht absehbar, wir müssen das nicht. Rentabilität und Qualität stimmen. Wir agieren und müssen nicht reagieren.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE RP-REDAKTIONSLEITER CHRISTIAN HAGEMANN

Quelle: RP
 
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