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Rees
Pfeifer & Langen will erweitern

Rees. Die Zuckerfabrik in Kalkar-Appeldorn will ab der Kampagne 2017/18 ihre Produktion erweitern, und zwar bis 2019 um 20 Prozent auf dann 1,3 Millionen Tonnen Rüben jährlich. "Wir müssen mehr produzieren, weil im nächsten Jahr der Zuckermarkt vollständig liberalisiert wird und die Quoten-Regelung, also die EU-Zuckemarkt-Ordnung, weg fällt", sagt Andreas Dolls, Leiter der Produktion und Technik im Werk.

Um die Produktion erweitern zu können, benötige man mehr Energie, erklärt der 37-jährige Maschinenbau-Ingenieur. Deshalb will der Konzern Pfeifer & Langen ein neues Kesselhaus bauen, das dann mit Steinkohle als Brennstoff für die Dampf- und Stromerzeugung gefahren wird. "Steinkohle ist deutlich billiger als Gas", betont Dolls.

20 Millionen Euro will Pfeifer & Langen in die Erweiterung investieren. An der Zahl der Stammbelegschaft ändere sich nichts. Die Zuckerfabrik beschäftigt 100 Mitarbeiter, plus 30 Mitarbeiter während der dreimonatigen Kampagne. Die beginnt am 14. September und dauert bis Anfang Dezember.

Die Rüben, sagt Andreas Dolls, will die Zuckerfabrik künftig verstärkt aus der Region beziehen. Deshalb sei der Verantwortliche für den Bereich Landwirtschaft, Tim Wischmann, zurzeit auf Werbetour, um viele Landwirte als Rübenlieferanten neu zu gewinnen. "Unterm Strich benötigen wir gut eine halbe Million Tonnen mehr an Rüben", rechnet der Technische Leiter am Standort Appeldorn hoch. Das Interesse der Landwirte, denen Drei-Jahres-Verträge angeboten würden, sei da, bestätigt Dolls, trotz der Verunsicherung durch die letzte Kampagne. Da hätte die Zuckerfabrik ihre Kapazitäten herunterfahren müssen.

"Der Erlös der Landwirte wird am Zuckerpreis festgemacht, unabhängig vom Basistarif. Fällt der Preis höher aus, verdienen die Landwirte mehr", erklärt Andreas Dolls, der Energie- und Umwelttechnik studiert hat.

Bei Pfeifer & Langen geht man davon aus, dass die beantragte Kapazitäts-Erweiterung inklusive des neuen Kesselhauses durch die Aufsichtsbehörde Ende des Jahres genehmigt wird. Dann würden künftig in der Kampagne täglich acht Sattelzüge mit Kohle zur Zuckerfabrik fahren. Gelagert werden könnten heute etwa 1000 Tonnen, benötigt würden täglich gut 200 Tonnen.

(rey)
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