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Emmerich
Pfeifer & Langen will Zuckerfabrik erweitern

Emmerich. Neben zweitem Kesselhaus sind auch zwei Schornsteine, Sortier- und Versandgebäude in Planung. Von Anja Settnik

Wettbewerbsfähig bleiben, damit Kalkar nach dem Verschwinden von Schlachthof und Molkerei keinen weiteren großen industriellen Arbeitgeber verliert - das ist für Politik und Verwaltung Kalkars Grund genug, dem Interesse der Zuckerfabrik Pfeifer & Langen möglichst zu entsprechen. Deshalb hatte der zuständige Ausschuss schon im Frühjahr (gegen den Protest des Grünen Willibald Kunisch) das Anliegen des Unternehmens unterstützt, ein zweites Kesselhaus zu bauen. Obwohl das mit Steinkohle geheizt werden soll, die nicht gerade der umweltverträglichste Brennstoff ist. Im Bauausschuss informierte Stadtbaurat Frank Sundermann jetzt darüber, dass zudem Bauanträge für eine Sortieranlage und ein Versandgebäude eingereicht wurden. Zwei 50 Meter hohe Silos sind ebenfalls in Planung.

Alles zusammen bedeutet einen erheblichen Ausbau des Standorts, der auch für die Landwirte der Umgebung wichtig ist, denn sie bauen im Auftrag von Pfeifer & Langen in großem Maße Zuckerrüben an. Weil nach dem Wegfall des Zuckerkartells Zucker aus der ganzen Welt auf den Markt drängt, sinkt der Preis für das begehrte Süßungsmittel. Wie in vielen anderen Bereichen der Landwirtschaft scheint der wirtschaftliche Erfolg mittelfristig nur über Wachstum möglich zu sein.

Im Werk Appeldorn wird Weißzucker für die weiterverarbeitende Industrie erzeugt. Ein Teil des Zuckers wird während der Rübenkampagne als Dicksaft gelagert und im folgenden Frühjahr zu Kristallzucker weiterverarbeitet. Die 20-Millionen-Investition soll zu einer 20-prozentigen Erhöhung der Produktion führen. Anders als bisher soll der Weißzucker künftig vor Ort verpackt und direkt an die Kunden ausgeliefert werden.

Kalkars Rat, dessen nächste Sitzung am Donnerstag, 15. September, stattfindet, wird über den aktuellen Bauantrag, mit dem die Verwaltung kein Problem hat, entscheiden. Dabei wird es neben den zwei hohen Silos auch um eine zweite Betriebszufahrt an der Reeser Straße gehen. Die Reise des frisch verpackten Zuckers wird mit Lkw über die B 67 Richtung Autobahn erfolgen.

Quelle: RP
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