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Isselburg
Pläne für ein neues Ärztenetz

Isselburg. Isselburg will mit Bocholt und Rhede ein Netzwerk gründen, das die Versorgungsqualität verbessern und die Patientenzufriedenheit erhöhen soll.

Um die ärztliche Versorgung im ländlichen Bereich wird es in Zukunft nicht rosig bestellt sein. Demographischer Wandel ist hier das Stichwort. Politik und Verwaltung beschäftigen sich seit geraumer Zeit mit der Problematik. Jetzt sieht es so aus, als ob der Gordische Knoten durchschlagen wurde. Denn ein mittlerweile sehr konkreter Plan sieht vor, dass Isselburg mit Bocholt und Rhede das Ärztenetzwerk Bohris aus der Taufe heben will.

Schon seit 2013 gibt es regelmäßige Treffen von Ärzten, Einrichtungs- und Behördenvertretern. Die Quintessenz: Die Gründung eines Ärztenetzwerks wird als sinnvoll und realistisch umsetzbar erachtet. Mehr noch: Praktiker vor Ort haben die Idee entwickelt, so dass hier nicht eine Theorie auf vorhandene Gegebenheiten gestülpt wird.

Ärzte- oder auch Praxisnetze sind ein Verbund von haus- und fachärztlichen Leistungserbringern, die auch mit weiteren Anbietern aus dem Gesundheitswesen - etwa Kliniken, Apotheken oder Pflegeheimen - eng zusammenarbeiten. Ziel ist es, durch eine verbesserte Kooperation und Kommunikation die Versorgungsqualität, die Effizienz der Versorgung sowie die Patientenzufriedenheit zu erhöhen. Neben möglichen Einsparungen insbesondere bei veranlassten Leistungen wie Arzneimitteln oder Krankenhauseinweisungen soll auch die Qualität der Leistungserbringung und die Effizienz der administrativen Aufgaben verbessert werden.

Ein Ärztenetzwerk kann durch die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe anerkannt und nach aktuellem Stand mit bis zu 100.000 Euro jährlich gefördert werden. Um diese Fördergelder zu bekommen, müssen aber Auflagen erfüllt werden. Zum einen muss sich eine bestimmte Anzahl von Ärzten dem Netzwerk anschließen. Die Planer in Isselburg, Rhede und Bocholt gehen davon aus, dass diese Mindestanzahl erreicht wird.

Zum anderen muss das Ärztenetzwerk mindestens schon seit drei Jahren arbeiten, ehe die Fördergelder gezahlt werden. Das bedeutet wiederum, dass für die ersten 36 Monate Gelder von den Kommunen bereitgestellt werden müssen.

Bei der nächsten Sitzung des Stadtrates am Mittwoch, 2. März, gibt es den Beschlussvorschlag, dass die Stadt Isselburg in den Jahren 2016 und 2017 jährlich höchstens 3000 Euro und im Jahr 2018 höchstens 10.000 Euro in die Hand nehmen soll, um das Projekt zu realisieren.

(tt)
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