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Emmerich
Plakatkunst: Das PAN bekennt Farbe

Emmerich: Plakatkunst: Das PAN bekennt Farbe
Reimund Sluyterman und Christiane van Haaren mit dem PAN-Plakat von Anette Lenz. FOTO: Markus van Offern
Emmerich. Das PAN-Kunstforum möchte sich gerne wieder mehr auf seine eigentlichen Stärken konzentrieren - nämlich auf die Ausstellung von Plakatkunst. Von Markus Balser

Nach renommierten Gestaltern wie Niklaus Troxler im vergangenen und Holger Matthies in diesem Jahr werden ab morgen Künstlerplakate von Anette Lenz in der ehemaligen Schokoladenfabrik an der Agnetenstraße zu sehen sein.

Anette Lenz, 1964 in Esslingen geboren, lebt und arbeitet schon seit Jahrzehnten in Paris und zählt momentan international zu den führenden Designerinnen schlechthin. "Sie hat so ziemlich jeden Preis abgeräumt, den man auf ihren Gebiet erhalten kann", sagt PAN-Kuratorin Christiane van Haaren. Im vergangenen Jahr wurde Anette Lenz in Paris sogar der Ritterorden der Künste und Literatur verliehen und sie ist als Professorin für Kunst und Design in Genf tätig. Werke von ihr hängen unter anderem im MOMA San Francisco, im Centre Pompidou Paris, in der Bibliothèque nationale oder im Plakatmuseum Essen. Gut 90 Plakate von ihr aus dem Zeitraum 2000 bis 2016 sind jetzt im PAN zu sehen, etwa 60 davon im großen City-Lights-Format.

Für ihre Ausstellung in Emmerich hat sie eigens ein Poster entworfen, das schon viel über ihre Kunst Preis gibt. Kräftige Farben und eine ins Auge springende Typographie sorgen hier für das, was ein Plakat im besten Sinne eigentlich sein sollte: ein Blickfang, der den Betrachter in seinen Bann zieht.

Die Ausstellung in Emmerich, deren Arbeitstitel ursprünglich ganz treffend "Farbe bekennen" war, ist in vier Bereiche unterteilt, die sich mit unterschiedlichen Projekten von Anette Lenz befassen. Zu ihren Auftraggebern gehören neben der Stadt Paris unter anderem auch das französische Kulturministerium und das für europäische Angelegenheiten, aber auch kleine kulturelle Institutionen, für die sie regelrechte Kampagnen entwickelte. Und die sind im PAN zu sehen. Beispielsweise die für ein neu entstandenes Theater in der französischen Provinz. Von den Bewohnern des kleinen Ortes Chaumont in der Champagne wurde es argwöhnisch als elitär beäugt, bis es Anette Lenz gelang, mit einer Plakatserie Akzeptanz für das Theater zu gewinnen. Dabei griff sie auf Fotografien zurück, die Menschen vor Ort zeigten und die sie in ihre Gestaltung mit einwob; Alltagszenen im Betrieb, in der Markthalle, auf der Straße, in der Badewanne. Die Bürger von Chaumont wurden Teil ihrer Kunst und begannen, sich mit dem neuen Theater zu identifizieren - Design mit Wirkung. Anders, aber nicht weniger effektvoll, die Arbeiten für das Le Phare, ein national-choreographisches Zentrum in Le Havre, oder das La Filature Nationaltheater Mülhausen. Auch hier verschmelzen Ort und Thema, Farben und Typographie. Buchstaben, die tanzen? Bei Anette Lenz kein Problem.

Im PAN dürfte es morgen auf jeden Fall voll werden. Die Ausstellung (bis 15. Februar 2017) wird um 19 Uhr im Beisein der Künstlerin eröffnet. Zuvor führt sie noch Mitarbeiter von Katjes durch die Schau, um 17 Uhr hält die Professorin eine öffentliche Vorlesung für Studenten der Hochschule Rhein-Waal. Gäste sind willkommen.

Quelle: RP
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