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Emmerich
Plan: Auenwald für Emmerich

Emmerich: Plan: Auenwald für Emmerich
So sieht eine Auenwald aus. Die Europäische Union fördert in Emmerich die Anlage eines solchen Waldes. FOTO: Dietrich Cerff.
Emmerich. Bauarbeiten für Rhein-Nebenrinne beginnen. Lebensraum fast völlig verschwunden. Von Christian Hagemann

In der Emmericher Ward starten die Erdbauarbeiten, um eine Rhein-Nebenrinne anzulegen. Damit tritt das EU-geförderte LIFE-Projekt "Fluss und Aue Emmericher Ward" in die nächste Bauphase ein. Geplant und koordiniert wird das Vorhaben von der NABU-Naturschutzstation Niederrhein.

Gestern fand vor Ort ein Termin für die Presse statt, bei dem das Vorhaben erläutert wurde. Vorab schickte die Nabu-Naturschutzstation Niederrhein aus Kranenburg bereits eine Presseerklärung.

"Mit großen Maschinen wird ab jetzt die Nebenrinne ausgehoben", heißt es darin. Diese wird nach dem Abschluss der Arbeiten nahezu ganzjährig vom Rhein durchströmt. Zusätzlich wird auf etwas höher gelegenen Flächen ein neuer Auenwald entstehen. Dabei wird allerdings nicht der komplette Wald angepflanzt. Von neu gesetzten Baum- und Strauchgruppen aus soll sich der Wald selbst ausbreiten und die Lücken füllen.

Mit beiden Maßnahmen wird die Rheinaue ökologisch entscheidend aufgewertet. Hiervon profitieren nicht nur viele selten gewordene Vogelarten, sondern auch Fische, Pflanzen, Amphibien und Insekten.

"Auenwälder gehören zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa. Am Niederrhein sind sie leider fast völlig verschwunden. Es wird einige Jahre dauern, aber dann steht hier wieder ein artenreicher Auenwald", erklärt Klaus Markgraf-Maué, Projektleiter der NABU-Naturschutzstation Niederrhein.

Den Zuschlag für die Arbeiten erhielt die Firma van Boekel GmbH aus Kevelaer. Diese Firma mit Hauptsitz in den Niederlanden kann umfangreiche Erfahrungen im Bereich des Wasserbaus und in der Arbeit in sensiblen Naturgebieten vorweisen.

Für die Arbeiten an der Nebenrinne und am Auenwald wurden, da die Ausführung der Arbeiten vom Wasserstand des Rheins und von naturschutzfachlichen Vorgaben abhängig ist, mehr als zwei Jahre Bauzeit eingeplant. Doch Rob van Mondfrans, Projektleiter der Baufirma, ist sich sicher: "Wenn der Rhein mitspielt, werden wir noch in diesem Jahr fertig."

Bereits im vorigen Jahr begannen die ersten Arbeiten an der neuen Rhein-Nebenrinne. Der Verlauf der neuen Nebenrinne wurde von Gehölzen freigestellt und der erste Baum des neuen Auenwaldes auf der feierlichen Auftaktveranstaltung im September gepflanzt.

Zur Anlage der Nebenrinne müssen größere Mengen an Boden ausgehoben werden. Teilweise kann dieser Aushub im Gebiet wiederverwendet werden. Ein Teil muss jedoch aufgrund einer hohen Schadstoffbelastung auf Deponien gebracht werden. Diese Schadstoffe (u.a. Cadmium, Quecksilber, Cyanide) stammen aus der Zeit der massiven Verschmutzung des Rheins Mitte des letzten Jahrhunderts.

Quelle: RP
 
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