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Emmerich
Politik in Kalkar zerstört Flieger-Hoffnungen

Emmerich: Politik in Kalkar zerstört Flieger-Hoffnungen
Gerd Plorin kritisiert Vetternwirtschaft in Kalkar. FOTO: Archiv
Emmerich. Stadtrat gegen Flugplatz in Bylerward. Der Druck auf die Emmericher Segelflieger wird größer. Von Marc Cattelaens und Christian Hagemann

Die Mitglieder des Aero-Club Kalkar-Wissel haben die Entscheidung des Kalkarer Stadtrates gegen die Errichtung eines neuen Segelfluggeländes in Bylerward enttäuscht zur Kenntnis genommen. Doch der Vereinsvorsitzende Gerd Plorin sagt dazu: "Wir nehmen die Entscheidung hin, aber wir respektieren sie nicht."

Im Rat der Stadt Kalkar zeichnete sich bereits seit langer Zeit eine Mehrheit gegen einen Segelflugplatz in Bylerward ab. Und das könnte Auswirkungen auf den Segelflugverein in Emmerich haben. Dieser hat sein Gelände in den Rheinwiesen an der Kupferstraße. Das Areal gehört dem Land – und das will die Segelflieger auf Dauer dort aus Gründen des Naturschutzes nicht mehr haben.

Daher ruhen die Hoffnungen der Emmericher auf den Kollegen aus Kalkar. Diese starten bislang in Emmerich, wollen aber auf Dauer in Bylerward in die Luft steigen. Das wäre auch eine Alternative für die Emmericher, wenn sie ihren Platz räumen müssten. Die politische Entwicklung in Kalkar erhöht nun den Druck auf den Emmericher Verein. Ihm fehlt die Planungssicherheit für die Zukunft. Das kann dem Verein schaden.

Der Emmericher Steuerberater Gerd Plorin ist Vorsitzender der Klever Flieger und hat die Fläche in Bylerward gekauft. Er betont, das Gelände in Bylerward auf jeden Fall behalten und nicht verkaufen zu wollen. "Die nächsten Wahlen werden kommen. Sollte es den Kalkarern jemals gelingen, einen verantwortlich handelnden Stadtrat zu wählen, legen wir sofort wieder einen Antrag auf Errichtung eines Fluggeländes in Bylerward auf den Tisch." Für die Zukunft des Aero-Clubs in Wissel sieht Plorin schwarz: "Die Fliegerei wird aus Kalkar verschwinden." Dem Verein mit seiner, so Plorin, beispiellos erfolgreichen Jugendarbeit, werde die Grundlage entzogen.

Weitgehend unbekannt geblieben ist bislang, dass ein Entwurf für einen neuen Landesentwicklungsplan vorliegt. In diesem wird das Gebiet Emmericher Eyland/Bylerward, in dem das geplante Segelflug-Gelände liegt, als Überschwemmungsbereich ausgewiesen. Stellungnahmen dazu können noch bis zum 28. Februar 2014 abgegeben werden.

In diesem Zusammenhang stichelt Plorin gegen die Kalkarer CDU und die Bürgerinitiative gegen den Flugplatz: "Seit Monaten liegen Pläne der Landesregierung auf dem Tisch, den mühsam auch mit Hilfe der Segelflieger seinerzeit abgewehrten Überflutungsraum Emmericher Eyland/Bylerward nun zu installieren. Dann kann ausgekiest werden. Von der Kalkarer CDU kommt wohlweislich kein Wort dagegen. Einige ihrer Mitglieder in der örtlichen Bürgerinitiative könnten dies auch gar nicht gebrauchen. Man hilft sich."

Quelle: RP
 
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