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Emmerich
Polizei schnappt Blitzeinbrecher-Bande

Emmerich: Polizei schnappt Blitzeinbrecher-Bande
An der Rudolf-Diesel-Straße im Industriegebiet in Emmerich nahm die Polizei in der Nacht zu Montag drei Rumänen im Alter von 23 bis 27 Jahren fest, die offenbar im Begriff waren, erneut einen Einbruch in eine Spielhalle zu verüben. FOTO: Stade
Emmerich. Die Polizei hat in der Nacht zu Montag drei Rumänen festgenommen, die in Emmerich, Rees und Kevelaer neunmal in Spielhallen aufgebrochen hatten. Bei dem spektakulären Einsatz wurden drei Beamte und ein Täter verletzt. Von Markus Balser

In der Nacht zu Montag ist der Polizei ein Schlag gegen eine rabiate Blitzeinbrecher-Bande aus Rumänien gelungen. An der Rudolf-Diesel-Straße im Industriegebiet in Emmerich nahm sie drei Rumänen im Alter von 23 bis 27 Jahren fest, die offenbar im Begriff waren, erneut einen Einbruch in eine Spielhalle zu verüben.

Dies wäre dann Tat Nummer zehn gewesen. Denn zwischen Mai und Juli waren in Emmerich, Rees und Kevelaer neun Einbrüche in Spielhallen nach dem immer gleichen Muster verübt worden: Die Täter schlugen die Eingangstüren mit Vorschlaghämmern ein, zerschlugen die Geldspielautomaten und flüchteten mit den Geldeinsätzen der Automaten. Der letzte Einbruch hatte sich am vergangenen Freitag in Rees ereignet. Dort war die Spielhalle an der Jasba zum wiederholten Male Ziel der Täter, die diesmal allerdings ohne Beute flüchten mussten. Eine Vernebelungsanlage hatte die Einbrecher in die Flucht geschlagen (RP berichtete).

Da die Bande auch immer wieder die gleichen Spielhallen im Visier hatte, postierte die Polizei Observierungskräfte im Emmericher Industriegebiet. Auch in die dortige Spielhalle war bereits eingebrochen worden, nämlich am vergangenen Dienstag.

Die Ermittler hielten sich verdeckt in der Nähe des Objektes auf, als sich drei Personen der Spielhalle näherten. Dabei liefen die Verdächtigen nicht direkt auf die Spielhalle zu, sondern eher zufällig auf eines der Observationsteams. Als sie die Polizeibeamten entdeckten, warf ein 26-Jähriger sofort seinen Vorschlaghammer in Richtung eines Diensthundeführers und traf ihn am Kopf. Der Hammerwerfer kam jedoch nicht weit. Er wurde von einem Polizeihund gestellt und von zwei Beamten festgenommen. Allerdings nicht ohne Widerstand.

Seine beiden Komplizen, 23 und ein 27 Jahre alt, flüchteten in ein Rapsfeld, das von der Polizei sofort umstellt wurde. Ein zur Unterstützung angeforderter Polizeihubschrauber entdeckte das Duo mit der Wärmebildkamera. Die Einsatzkräfte am Boden wurden vom Polizeihubschrauber an die Tatverdächtigen herangeführt. Nachdem sie den erneuten Einsatz des Polizeihundes angedroht hatten, ließen sich die Täter, die sich ins Rapsfeld gelegt hatten, widerstandslos festnehmen.

Bei dem Einsatz wurden drei Polizisten verletzt. Der Diensthundeführer, der von dem Hammer am Kopf getroffen wurde, erlitt eine Platzwunde, die mit mehreren Stichen genäht werden musste. Er ist derzeit ebenso wenig dienstfähig, wie ein 38 Jahre alter Beamter, der sich bei der Festnahme des 26-Jährigen verletzte. Bei diesem Zugriff wurde zudem ein weiterer Polizist (58) verletzt. Nach Angaben von Polizeisprecher Manfred Jakobi erlitten die Beamten Stauchungen und Schürfwunden.

Der 26 Jahre alte Rumäne trug Bisswunden an Händen und Armen durch den Polizeihund davon. Nach ambulanter ärztlicher Behandlung ist er haftfähig.

Die Ermittlungen zur Identität der Festgenommenen und zu der Einbruchsserie dauern an. Derzeit werden alle drei Personen unter Einsatz von Dolmetschern vernommen. Heute soll das Trio dem Haftrichter vorgeführt werden.

Quelle: RP