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Emmerich
"Pro Kultur" plant Gedenkraum im PAN

Emmerich. Er soll an jüdische Geschichte in Emmerich erinnern. Vielleicht gibt es dafür Fördergelder. Von Monika Hartjes

Die Bürgeraktion Pro Kultur soll ein eingetragener Vereins werden. "Bisher waren wir eine Gruppe, die Hinweise und Anstöße gab, die dann von Institutionen und Behörden umgesetzt wurden", erklärte der stellvertretende Vorsitzende Walter Schieck im Rahmen der Jahreshauptversammlung, die am Donnerstag im PAN stattfand. "Aber mittlerweile machen wir immer mehr eigene Aktionen und Veranstaltungen. So soll im PAN ein Gedenkraum für jüdische Geschichte eingerichtet werden. Dafür haben wir einen Förderantrag an den Landschaftsverband gestellt." Für solche Förderanträge sei es sinnvoller, wenn man ein eingetragener Verein ist.

Die Satzung entspreche weitgehend den Anforderungen, betonte Schieck. Nur bei einem Punkt sei eine Satzungsänderung sinnvoll. Der "alte" Vorstand war zehnköpfig, das wurde in der Satzungsänderung getrennt in den juristischen Vorstand aus Vorsitzendem, stellvertretendem Vorsitzenden und Schatzmeister und in sieben Beisitzern. Der Verein heißt dann "Bürgeraktion Pro Kultur e.V.". Der Beschluss zur Änderung war einstimmig, ebenso wie die Wahlen. Irene Möllenbeck wurde als erste Vorsitzende, Walter Schieck als Stellvertreter und Siegfried Assmann als Schatzmeister bestätigt. Als Beisitzer wurden Hans-Jürgen Gorgs, Silke Eicher, Michael Rozendaal, Matthias Vogel, Martina Temmen, Wolfgang Urbach, Magdalena Wochnik und Dr. Klaus Krebber ebenfalls im Amt bestätigt.

Erstmalig im Jahr 2017 zahlten die Mitglieder Beitrag, mindestens zwölf Euro im Jahr. Schatzmeister Siegfried Assmann berichtete, dass 27 Mitglieder zwischen zwölf und 100 Euro bezahlten.

"Wir waren im letzten Jahr sehr fleißig", sagte Irene Möllenbeck und gab in ihrem Jahresbericht einen Rückblick. Ein Mitglied hatte angeregt, sich um den Brunnen auf dem Nonnenplatz, im Volksmund 'Kuhfladen' genannt, zu kümmern. Der funktioniert jetzt wieder und soll an warmen Tagen angestellt werden. Möllenbeck lobte Klaus Gruyters, Leiter der KBE, der sehr lösungsorientiert und unterstützend unterwegs sei und sich sofort um angesprochene Probleme kümmert. Leider habe er berichtet, dass der Wasserzulauf des Brunnens regelmäßig von spielenden Kindern verstopft werde, so dass voraussehbar sei, wann die Technik wieder ausfalle. Gruyters versprach auch, sich um die Skulpturen zu kümmern. So sei der Künstler Dieter von Levetzow im Gespräch enttäuscht gewesen, als er erfuhr, dass sein "Fährmann" auf einer hässlichen Betonsäule steht - diese soll durch die ursprüngliche Natursteinsäule ersetzt werden - und die Künneke-Skulptur beim Versetzen an die Rheinpromenade seinen Schriftzug verloren hatte. Auch die Skulptur "Hans im Glück", die versteckt am Seiteneingang der Sparkasse steht, soll an einem neuen Standort wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt werden. Im Frühjahr hat Pro Kultur für die Mitglieder und interessierte Bürger einen Brunnen- und Skulpturenrundgang mit Klaus Gruyters und dem 93-jährigen Künstler von Levetzow geplant.

Möllenbeck berichtete von weiteren Vorhaben: Am Montag, 26. Februar, findet eine Fahrt für Schüler nach Amsterdam statt, am 9. November sollen wieder die Stolpersteine leuchten mit einer Gedenkfeier im PAN. Die Einrichtung des Raumes für jüdische Geschichte soll ab 2019 erfolgen, weil man die Förderanträge abwarten muss. Das Ganze soll durch Ausstellungen, Vorträge und Diskussionen begleitet werden. "Wir wollen in Zusammenarbeit mit den Schulen die Brücke zur heutigen Zeit schlagen", so Möllenbeck.

Quelle: RP
 
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