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Emmerich
Raubüberfall: Ärzte operieren Patrone aus Bein des Landwirts

Emmerich. Das ganze Dorf Rheurdt-Saelhuysen ist bestürzt. Ein Unbekannter hatte einem Bauern ins Bein geschossen und war geflüchtet. Die Fahndung läuft. Von Stefan Gilsbach

Ein mulmiges Gefühl haben die Einwohner von Saelhuysen, seit am Mittwochmorgen ein Unbekannter versucht hat, einen Überfall auf ein Wohnhaus zu verüben. Dabei erlitt ein Hausbewohner durch einen Pistolenschuss eine Verletzung am Oberschenkel. Wie die Kreis Klever Polizei mitteilte, befindet sich der Mann noch im Krankenhaus.

Die Tat hatte sich in der Frühe um 5.15 Uhr ereignet, ein unbekannter Mann klopfte an die Tür des Hauses, der 57-jährige Hausbewohner öffnete und sah einen vermummten Mann mit einer Schusswaffe. Der Täter forderte die Herausgabe von Geld. Im Hausflur kam es zu einer Rangelei zwischen Täter und Opfer, dabei löste sich ein Schuss, der den 57-Jährigen verletzte. Der Täter ergriff anschließend zu Fuß die Flucht.

Inzwischen ist das Projektil durch eine Operation aus dem Bein des Opfers entfernt worden. "Es handelt sich um ein 6-mm-Kleinkaliber", sagt Michael Ermers, Sprecher der Kreis Klever Polizei. Es habe sich also doch um eine gängige Schusswaffe gehandelt. Da die Verletzung zunächst nur geringfügig schien, hatten Ermittler nicht ausgeschlossen, dass es sich um eine Gaspistole gehandelt hatte.

Was die Fahndung nach dem bewaffneten Unbekannten betrifft, können die Beamten noch keine konkreten Spuren nennen. "Wir haben auch noch keine Hinweise aus der Bevölkerung", teilt Polizeisprecher Ermers mit. Bislang liegt lediglich folgende Personenbeschreibung vor: Es handelt sich offensichtlich um einen jungen Mann, etwa 1,80 Meter groß, mit kräftiger Statur und dunklen Augen. Er trug dunkle Kleidung, eine Schirmmütze und einen Schal, den er vor den Mund gezogen hatte. Wer Hinweise zu dem Täter geben kann, melde sich bitte bei der Kripo Kalkar unter Telefon 02824 880.

Thomas Dammertz ist Saelhuysener und sitzt für die CDU im Rheurdter Gemeinderat. Die kleine Ortschaft am Fuß der Schaephuysener Höhen ist eigentlich der Inbegriff ländlicher Idylle. "Wir sind natürlich erschrocken und entsetzt über diese Tat", meint Dammertz. "Ich kann mich nicht erinnern, dass so etwas jemals hier im Dorf vorgefallen ist."

Eine Einwohnerin von Saelhuysen kommentiert die Tat so: "Man fragt sich jetzt, wie man in so einem Fall reagieren soll." Polizeisprecher Michael Ermers rät grundsätzlich dazu, jeden körperlichen Kontakt zu dem Täter zu vermeiden und dessen Forderungen zu erfüllen. Das mag vielen gegen den Strich gehen, ist aber in der Regel besser für die eigene Gesundheit.

Quelle: RP
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