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Rees - die Leinwand-Festival-Stadt

Rees: Rees - die Leinwand-Festival-Stadt
Jochen Schmidt, Klaus Fritzsche und Jörg Lorimer siegten beim Leinwandfestival in Rees. Neben dem "Alltagsmenschen"-Fotograf gratulierten Vereinspräsident Jan Roeleveld und der Vorsitzende Frank Pauls. FOTO: Michael scholten
Rees. Mehr als 80 Mitglieder des Vereins AV-Dialog trafen sich im Bürgerhaus und kürten die besten Audiovisionen. Von Michael Scholten

Jochen Schmidt aus Sinn in Hessen und Bernhard van Riel aus Castrop-Rauxel haben mit ihrer Präsentation "Microsectus" das Leinwandfestival in Rees gewonnen. Mehr als 80 Mitglieder des Vereins AV-Dialog waren aus ganz Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz ins Bürgerhaus gekommen, um die beste Audiovisions-Schau zum Thema "5 vor 12" zu wählen.

Audiovision bedeutet: Bilderserien, die durch Effekte wie Überblendungen und durch Musik, Geräusche und Kommentare zum Leben erweckt werden. Die Vereinsmitglieder bewerteten die Fotos, den Audioteil, die Geschichte und vergaben Punkte von 1 bis 9.

Das Duo Jochen Schmidt und Bernhard van Riel sicherte sich mit einer Gesamtpunktzahl von 459 den ersten Platz. Nicht nur die mikroskopisch wirkenden Detailaufnahmen von Käfern, Bienen und Hornissen beeindruckten das Fachpublikum, sondern auch die dramatische Wende: Nach dem Einsatz einer Giftspritze liegen die nützlichen Kleinstlebewesen wie nach einer verlorenen Schlacht tot im Garten. Eine Einblendung erklärt, dass in China inzwischen der Lehrberuf des Obstbaumblütenbestäubers boomt, weil es dort kaum noch Bienen gibt.

Klaus Fritzsche aus Holzgerlingen bei Stuttgart ging das Thema "5 vor 12" ironisch an und erzählte im Beitrag "Zum Neckarwirt", wie ein Mann nach dem Kneipenbesuch zur letzten Stadtbahnverbindung eilt. Auf Platz 3 kam die "Alpeiner Sinfonie" von Jörg Lorimer aus Kolbermoor bei Rosenheim. Er ging auf eine Bergtour durch Österreich und dokumentierte, dass die Gletscher in den Alpen verschwinden. "Das Problem der Erderwärmung lässt sich nur durch globale Politik lösen", lautet sein Fazit. Der niederländische Diplomfotograf Jan Roeleveld, zugleich Präsident des Vereins AV-Dialog, legte dem Preisträger nahe, seine Schau ins Englische zu übersetzen und an US-Präsident Donald Trump zu schicken.

Jan Roeleveld dankte dem Vorsitzenden, Frank Pauls aus Kleve, für die Organisation des erstmals am Niederrhein stattfindenden Leinwandfestivals. "Das Reeser Bürgerhaus ist ideal für unsere großen Projektionen und bietet in Fußnähe Hotels, Gastronomie und eine schöne Rheinpromenade", lobt Roeleveld. "Außerdem liegt Rees dicht an der Grenze zu den Niederlanden." Aus dem Nachbarland nahmen mehr als 25 Mitglieder am Leinwandfestival teil.

In einem dreitägigen Vorprogramm besuchten die Gäste den Archäologischen Park Xanten, das Naturschutzgebiet Hooge Veluwe sowie die Schwanenburg und die Landschaftsgärten in Kleve. "Einige haben ihren Aufenthalt in Rees verlängert, andere wollen bald wiederkommen", sagt der Vorsitzende Frank Pauls. Er zeigte außerhalb des Wettbewerbs einen Beitrag der Essener Lokalgruppe über den früheren Statthalter des Großherzogtums Kleve, Johann Moritz von Nassau, und dessen Verdienste um die Schönheit der Stadt Kleve.

Im Juni 2019 will der Verein AV-Dialog das Leinwandfestival erneut in Rees ausrichten. Im Juni 2018 findet es im Stuttgarter Raum statt. Dafür können Audiovision-Schauen zum Thema "Lost Places" eingesandt werden.

Quelle: RP
 
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