| 00.00 Uhr

Rees
Rees, Haldern und Emmerich als Großgemeinde?

Rees. Die evangelische Kirchengemeinde Haldern geht zum 1. Dezember eine pfarramtliche Verbindung mit der Kirchengemeinde Rees ein. Das erklärte Pfarrer Michael Binnenhey, Assessor vom Kreissynodalvorstand, bei einer Versammlung im Halderner Pfarrheim. Die evangelische Kirche suche per Anzeige im Amtsblatt einen Pfarrer, eine Pfarrerin oder ein Pfarrerehepaar für beide Gemeinden. Der Pfarrer, der in Rees auf Norbert Stephan und in Haldern auf Elke Spörkel beziehungsweise deren Vertreter Gernot Thölke folgt, wird dann Seelsorger für fast 1300 Gläubige in Haldern und fast 1700 Gläubige in Rees. "Das ist aber nicht das Ende der Kirchengemeinde Haldern", betonte Pfarrer Binnenhey. Von Michael Scholten

"In den nächsten zehn Jahren gehen etliche hundert Pfarrer in den Ruhestand", sagte Binnenhey über den aktuellen und künftigen Pfarrermangel. Auch die Zahl der Theologiestudenten sinke weiter, obwohl jungen Pfarrern ein "roter Teppich ausgerollt" werde und sie beste Aussichten auf eine Festanstellung hätten. Der Bewerbermangel führe dazu, dass die Pfarrstellen im Land auf 1000 sinken werden und auch am Kreis Kleve nicht spurlos vorbeigehen. Dass sich überhaupt ein Pfarrer auf die vakante Stelle für Rees und Haldern bewirbt, zumal auch eine Pfarrstelle für den Dom in Wesel ausgeschrieben wird, konnte Michael Binnenhey nicht versprechen. "Das wäre mein Alptraum", gestand er, sagte den Haldernern aber auch: "Wir lassen Sie nicht im Regen stehen. Wenn keiner kommt, finden wir eine Lösung."

Der Vertrag mit Pfarrer Gernot Thölke läuft Ende 2017 aus, könnte aber um bis zu zwei Jahre verlängert werden. Auf die gemeinsame Pfarrstelle für Rees und Haldern kann und möchte sich Gernot Thölke nicht bewerben. Der neue Pfarrer hat "Präsenzpflicht", muss also in einer seiner Gemeinden wohnen. In Rees wird ihm das Pfarrhaus in der Rünkelstraße angeboten. Das Pfarrhaus in Haldern bleibt weiterhin an Georg Michel und die Haldern Strings vermietet. Die Sorge einzelner Zuhörer, der neue Pfarrer sei in Rees schlechter erreichbar, teilte Binnenhey nicht und verwies auf Rufumleitung und Mobiltelefon.

Rees und Haldern sollen als eigenständige Gemeinden erhalten bleiben. Sie haben getrennte Haushalte und behalten ihre Kirchen, Pfarrheime und sonstige Immobilien. Pro Jahr finden mindestens zwei gemeinsame Presbytersitzungen statt, gemeinsame Kosten werden nach einem Schlüssel von 40 zu 60 Prozent geteilt. Der neue Pfarrer soll seine Arbeitszeit "flexibel und mit Blick auf den Bedarf" zwischen den Gemeinden aufteilen.

Bereits ab Juni ändern sich die Anfangszeiten der Sonntagsgottesdienste: In Haldern müssen Gläubige um 9.45 Uhr und somit eine Viertelstunde früher als jetzt in die evangelische Kirche gehen, in Rees beginnt der Gottesdienst um 11 Uhr, also eine Dreiviertelstunde später. In den Sommerferien fällt im Zwei-Wochen-Takt je ein Gottesdienst in Haldern oder Rees aus. Ersatzweise können die Gläubigen zur jeweils anderen Kirche fahren, aber auch um 9.45 Uhr nach Isselburg oder 11 Uhr nach Millingen.

Die Pfarrgemeinde Hueth-Millingen hat sich übrigens gegen eine pfarramtliche Verbindung mit Rees entschieden. Sie möchte die Verbindung zu Isselburg aufrechterhalten, die vor weniger als 20 Jahren ihren Anfang nahm.

In der Stellenanzeige für den neuen Pfarrer steht bereits, dass Rees und Haldern 2023 vielleicht in einer großen Gesamtkirchengemeinde aufgehen, zu der auch Emmerich gehören könnte. Dies würde nach dem Vorbild der Gesamtkirchengemeinde An der Issel geschehen, zu der seit März die weiterhin eigenständigen Gemeinden Brünen, Blumenkamp, Ringenberg-Dingden, Wertherbruch und Hamminklen gehören. Binnenhey: "Wir haben das große Glück, dort in Ruhe alle Entwicklungen zu beobachten, und erst später entscheiden zu müssen, ob wir diesem Beispiel folgen."

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Rees: Rees, Haldern und Emmerich als Großgemeinde?


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.