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Rees
Ressa will Schüler forschen lassen

Rees: Ressa will Schüler forschen lassen
FOTO: Ressa
Rees. Die Geschichtsfreunde hoffen auf viele Beiträge über die Nachkriegsjahre von 1945 bis 1955 in Rees. Von Michael Scholten

Die 122 Mitglieder von Ressa sind im Schnitt 64 Jahre alt. Wie andere Vereine werben deshalb auch die Geschichtsfreunde um jüngere Mitglieder, damit das Vereinsleben fortbestehen und um neue Sichtweisen bereichert werden kann. Mit einem Wettbewerb wendet sich der Ressa-Vorstand nun an Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahre, die dazu aufgerufen werden, die Reeser Nachkriegsjahre 1945 bis 1955 zu erforschen.

Geldpreise in Höhe von 300, 200 und 100 Euro sollen die Schülerinnen und Schüler ermuntern, mit Zeitzeugen zu sprechen, private Fotoalben und öffentliche Archive zu studieren und von der älteren Generation zu erfahren, wie das Leben im kriegszerstörten Rees war. "Bei den Schulleitern und Geschichtslehrern stieß unsere Aktion auf sehr positive Resonanz", sagt der zweite Ressa-Vorsitzende Klaus Kuhlen. Der pensionierte Lehrer wünscht sich, dass die Reeser Schulen im Geschichtsunterricht möglichst oft große, weltpolitische Themen an lokalen Beispielen verdeutlichen. "Die NS-Zeit fand nicht nur in Berlin oder Nürnberg statt, sondern auch in Rees", ergänzt Vorstandsmitglied Helmut Heckmann. "Oft kann man das Thema leichter vermitteln, wenn die Schüler mit ihren Großeltern oder anderen Zeitzeugen über die Zeit in Rees sprechen."

Die Geschichten, die sich der Ressa-Vorstand von einzelnen Schülern oder Schülergruppen erhofft, sollen 1000 bis 2500 Worte umfassen und thematisch nach dem Rheinübergang der Alliierten und der Bombardierung von Rees ansetzen. Mögliche Forschungsgebiete sind die Integration von Vertriebenen und Flüchtlingen, etwa aus Schlesien, die Integration von evakuierten Reesern in der Umgebung der Rheinstadt, die Wohnungsnot jener Zeit, aber auch der Personenverkehr mit Kleinbahn und Autos oder Familienfeste und Kinderspiele in den Nachkriegsjahren.

Die Beiträge können an "schule@ressa.de" gemailt werden. Einsendeschluss: 30. April 2017. Die Preisträger erhalten die Gewinne beim Jubiläumsfest, das der Verein Ressa am 19. August 2017 zu seinem 30-jährigen Bestehen in der Burgruine Empel feiern wird. Prämierte Beiträge werden auch im Jahresheft, dem "Geschichtsfreund", veröffentlicht.

Ressa unterstützt die Schüler bei ihren Recherchen: "Bei einer Veranstaltung im Stadtarchiv zeigen die Leiterin des Archivs, Tina Oostendorp, und Ressa-Mitglieder, wie man in den Aktenbergen die relevanten Bilder, Texte, Urkunden oder Bücher zu den entsprechenden Themen findet", sagt Dirk Kleinwegen. Er betreut mit Helmut Heckmann auch die Internetseite ressa.de. Dort sind zahlreiche stadthistorische Bücher aufgelistet, die Mitarbeiter der Stadtbücherei Rees für die genannten Forschungsgebiete zusammengestellt haben. Sie können einzeln oder durch die Schulen als Bücherkisten ausgeliehen werden. Zudem möchte der Verein Schüler zum Gespräch mit "alten Reesern" zusammenbringen. "Wir wissen, dass unsere älteren Mitglieder gern und interessant aus ihrer Jugend erzählen", so Dirk Kleinwegen.

Quelle: RP
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